Was taugt der Börsenkandidat Thyssenkrupp Nucera? Ist er besser als Wasserstoff-Pionier Nel ASA? Noch sind die Konditionen des IPOs nicht bekannt. Welche Zahlen es gibt und was eine Wasserstoff-Fondsmanagerin sagt.

Thyssenkrupp will noch in der ersten Hälfte dieses Jahres über einen möglichen Börsengang seiner Wasserstoffsparte Nucera entscheiden. Bis zu 600 Millionen Euro Einnahmen erwartet die Konzernführung bei einem Gang aufs Parkett.

Thyssenkrupp Nucera (zuvor Uhde Chlorine Engineer) gilt als weltweit führender Anbieter bei der Chlor-Alkali-Elektrolyse, einem Verfahren zur industriellen Herstellung von Wasserstoff. Direkte Wettbewerber sind laut Reuters das japanische Unternehmen Asahi Kasei, der chinesische Konzern Bluestar Beijing Chemical Machinery und der britische Chemiekonzern Ineos.

Aber auch andere Hersteller von Elektrolyseuren – Anlagen zur Wasserstoffherstellung – wie beispielsweise Nel ASA, PlugPower, ITMPower oder Siemens Energy sind am Wasserstoffmarkt vertreten und damit Konkurrenten von Thyssenkrupp Nucera. Wie aussichtreich ist der Börsenkandidat?

"Wenn Nucera ausgegliedert wird ist es einer der größten börsengehandelten Elektrolyseuer-Anbieter weltweit. Nucera ist auf Megaprojekte zur Gewinnung grünen Wasserstoffs spezialisiert, und genau die werden wir brauchen, um die riesigen Mengen des gefragten Gases produzieren zu können. Die Aussichten sind also glänzend", glaubt Carmen Junker, Fondsmanagerin des GG Wasserstoff.

Tatsächlich verfügte Thyssenkrupp zum 31. Dezember 2021 über einen Auftragsbestand von rund 900 Millionen Euro im Geschäftsfeld der Elektrolyseure. Zum Vergleich: Nel ASA bezifferte seinen Auftragsbestand zum 30. September 2021 lediglich auf umgerechnet rund 100 Millionen Euro.

Nel erreichte in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 einen Umsatz von umgerechnet weniger als 55 Million Euro. Und: Es wird ein Jahresverlust rund 100 Millionen Euro erwartet. Morgen öffnet Nel ASA die Bücher für das vierte Quartal 2021.

Thyssenkrupp Nucera erzielte im Geschäftsjahr 2020/21 hingegen einen Umsatz von 319 Millionen Euro. Das Ebit entwickelte sich in den vergangenen drei Geschäftsjahren mit sehr geringen Schwankungen auf 27 Millionen Euro.

Wäre die Nucera-Aktie daher ein Kandidat für den GG Wasserstoff, einen der ersten aktiv gemanagten Wasserstoff- Investmentfonds der Welt? Fondsmanagerin Junker erklärt: "Für den Fonds ist Nucera auf jeden Fall interessant, aber konkrete Zukäufe hängen von der Bewertung der Aktie ab."

Tatsächlich dürfte die Bewertung für Nucera in die Milliarden gehen. Bloomberg geht von einer möglichen Bewertung von rund fünf Milliarden Euro aus. Das Handelsblatt hatte Anfang Dezember 2021 eine Bewertung für Nucera von vier bis sechs Milliarden Euro genannt, die es aus Finanzkreisen erfahren habe.

Autor: Ferdinand Hammer, wallstreet:online Zentralredaktion


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