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WDH/ANALYSE: US-Shutdown lässt Arbeitslosigkeit steigen - Fed im 'Blindflug'

15:36 Uhr 09.01.2019

(Tippfehler in der Überschrift behoben)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Regierungsstillstand in den USA könnte nach Einschätzung der Commerzbank zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar führen. Von den etwa 2,1 Millionen Angestellten der US-Bundesregierung, ohne Militär und Post, bekämen rund 800 000 kein Gehalt, schrieb Analyst Bernd Weidensteiner in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. "Die etwa 400 000 in Zwangsurlaub befindlichen Regierungsangestellten werden in der Haushaltsumfrage als 'vorübergehend arbeitslos' eingestuft." Ohne Einflüsse der Saisonbereinigung würde die Arbeitslosenquote somit um 0,25 Prozentpunkte steigen.

Abgesehen von der vorübergehenden Folgen für die Arbeitsmarktdaten habe der Shutdown auch handfeste wirtschaftliche Folgen. Auch wenn betroffenen Angestellten nach dem Ende des Shutdown womöglich ihre Gehälter nachbezahlt bekämen, könnten sie fällige Rechnungen in der Zwischenzeit nicht so einfach verschieben. "Verschiedenen Schätzungen zufolge werden pro Monat mehrere hundert Millionen Dollar an Hypothekenzahlungen für die betroffenen Regierungsangestellten fällig."

Zudem sei der Verdienstausfall tendenziell schlecht für die Moral. So meldeten sich laut Berichten immer mehr Angestellte des Flughafensicherheitspersonals krank, erklärte Weidensteiner. Sollte sich dies verschärfen, drohten Behinderungen im Flugverkehr.

Ein weiterer Effekt ist die Verschiebung der Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten oder der Ausfall, weil wichtige Statistikämter sowie das Handelsministerium nicht richtig arbeiten können. Dazu zählen etwa die Daten zur Handelsbilanz und die Bauausgaben für November. "Für die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger und nicht zuletzt für die Fed heißt dies, dass sie gegenwärtig im Blindflug unterwegs sind", kommentierte Weidensteiner.

Die Haushaltssperre für Teile der US-Regierung begann bereits vor Weihnachten. Grund dafür ist der Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und den oppositionellen Demokraten um den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko. Trump verlangt dafür fünf Milliarden Dollar, wofür er im US-Kongress jedoch keine Mehrheit erhielt./elm/jsl/mis

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