(Im ersten Satz wurde korrigiert: Personenverkehr (statt: Nahverkehr); außerdem Überschrift geändert.)

BERLIN (dpa-AFX) - Bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) sind in diesem Jahr so viele Beschwerden eingegangen wie nie zuvor. Bis Ende Dezember erwartet die Stelle insgesamt rund 41 000 Anträge von Reisenden, wie sie der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das wären ein knappes Drittel mehr als im bisherigen Rekordjahr 2018. Damals kam als Folge der Air-Berlin-Pleite der Flugplan erheblich durcheinander, und Fluggäste mussten mit zahlreichen Verspätungen und Flugausfällen kämpfen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr legte die Beschwerdezahl um sogar fast 60 Prozent zu.

Bei fast 84 Prozent der Beschwerden ging es um Rückerstattungen im Flugverkehr. Dieser war in der Corona-Krise nahezu zum Erliegen gekommen, besonders während des ersten Teil-Shutdowns im Frühjahr. "Viele Airlines boten ihren Kunden ausschließlich einen Gutschein als Form der Ticketkostenerstattung an", teilte die SÖP mit. "Nicht alle Kunden wollten einen Gutschein akzeptierten und bestanden auf einer Geldzahlung."

Die EU-Kommission hatte Mitte März bestimmt, dass die Verbraucher auch in der Krise die Erstattung ihrer Ticketkosten als Geldzahlung verlangen könnten. Doch viele Reisende warteten der SÖP zufolge vergeblich auf das Geld. "Airlines sagten ihren Kunden die Erstattung der Ticketkosten zwar zu, doch eine Überweisung des Geldbetrages erfolgte nicht."/maa/DP/zb