(Im vierten Satz wurden die aktuelle Tarifrunde Textil und Bekleidung rpt Textil und Bekleidung berichtigt. Die Gewerkschaft hat ihre Angaben korrigiert.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die IG Metall will eine mögliche Arbeitszeitverkürzung auf vier Tage in der Woche auch zum Thema der anstehenden Tarifverhandlungen machen. In den unteren Lohngruppen gehe es nicht ohne Entgeltausgleich, erklärte der der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann am Donnerstag auf einer virtuellen Gewerkschaftstagung zur Lage im Maschinenbau. Dies werde man mit den Tarifpartnern diskutieren. Zu Beginn des kommenden Jahres stehen bei der IG Metall Verhandlungen zu den Industriebereichen Metall und Elektro, Stahl sowie Textil und Bekleidung an.

In der Corona-Krise müsse die zur Verfügung stehende Arbeit gleich verteilt werden, begründete der Gewerkschaftschef seine erneute Forderung nach einer Viertagewoche. Das könne aber nicht auf Besserverdienende beschränkt bleiben, sondern müsse für alle Beschäftigten möglich werden. Sehr gut könne er sich eine wöchentliche Arbeitszeit von vier mal acht Stunden vorstellen. Derzeit gilt in der Metallindustrie eine tarifliche 35-Stunden-Woche.

Die von den Arbeitgebern zu zahlenden Entgeltausgleiche für die gekürzte Arbeitszeit sollten zudem steuerfrei gestellt werden, um für die Beschäftigten Nettoeinbußen zu vermeiden, erklärte der Gewerkschafter.

Auf der Tagung hatten rund 200 Betriebsräte über die Zukunftssicherung für ihre Branche beraten. Sie verlangten eine aktive und strategisch ausgelegte Industriepolitik sowie eine starke Mitbestimmung. In einer gewerkschaftlichen Umfrage erwarten die Betriebsräte allerdings mehrheitlich Personalkürzungen und eine geringere Ausbildungstätigkeit ihrer Betriebe./ceb/DP/eas