(Inzidenz-Höchstwert in Bayern im zweiten Absatz gestrichen. Das RKI gibt zwar für Bayern die höchste Inzidenz in Deutschland an, allerdings fehlen Werte für Sachsen. Es ist möglich, dass die tatsächliche Inzidenz in Sachsen höher ist als in Bayern. Der zweite Absatz wurde entsprechend angepasst.)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Lage in bayerischen Krankenhäusern ist nach Einschätzung der Krankenhausgesellschaft in der vierten Corona-Welle so kritisch wie noch nie in der Pandemie. Bislang könnten Intensivpatienten zwar noch innerhalb Bayerns verlegt werden, wenn vor Ort keine Betten frei seien - das werde aber nur noch "ein paar Tage" möglich sein, warnte Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft in der "Augsburger Allgemeinen" (Freitagsausgabe).

Die Inzidenz in Bayern stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag auf 625,3. Damit hatte der Freistaat nach der RKI-Liste vom Morgen zwar deutschlandweit die höchste Zahl von Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Jedoch fehlten Zahlen aus Sachsen, dem bislang noch stärker betroffenen Bundesland. Die höchste Inzidenz in Bayern hat weiter der Landkreis Rottal-Inn mit 1423,6.

"Wir haben bislang versucht, innerhalb Bayerns zu verlegen, beispielsweise aus Schwaben über hundert Kilometer nach Unterfranken. Aber das geht vielleicht noch wenige Tage gut", sagte Engehausen. Ohne harte Gegenmaßnahmen steige die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Bayern pro Woche um rund 30 Prozent - "sodass wir bald keine Chance mehr für Verlegungen innerhalb des Freistaats haben".

Auch das Verlegen von Patienten in Kliniken außerhalb Bayerns sei nicht leicht: "Der Weg nach Baden-Württemberg ist eigentlich bereits geschlossen, weil sich die Kliniken dort der bayerischen Situation annähern", sagte Engehausen. "Ob wir in ein paar Wochen noch jemanden nach Hessen bringen können, wissen wir nicht. Nach Thüringen und Sachsen braucht man nicht zu fahren, und im Süden in Österreich ist die Lage nicht besser als bei uns."

Die aktuelle Lage sei "so dramatisch, wie sie noch nie in der gesamten Pandemie-Zeit in Bayern war", sagte Engehausen der Zeitung. "Sie übertrifft die bisher schlimmste Phase zwischen Weihnachten und Neujahr letzten Jahres."/bsj/DP/stk