(Tippfehler im 1. Satz behoben: Trump)

TEHERAN (dpa-AFX) - Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Sanktionen erschweren dem Iran nach eigenen Angaben den Import von Corona-Impfstoffen. "Wenn wir über die Einfuhr der Impfstoffe sprechen, verfluchen wir hundert Mal diesen Trump, dem nicht mal die Gesundheit der Menschen wichtig ist", sagte Präsident Hassan Ruhani am Mittwoch. Die Einfuhr der Vakzine hätte mit einem kurzen Telefonat erledigt werden können, aber wegen der Sanktionen gebe es zahlreiche Hürden. Die iranische Regierung werde jedoch einen Weg finden, die Impfstoffe rechtzeitig zu kaufen und den Iranern zur Verfügung zu stellen, so der Präsident im Staatsfernsehen.

Nach dem Ausstieg aus dem Wiener Atomabkommen 2018 verhängte Trump drakonische Sanktionen gegen den Iran, die auch das internationalen Bankensystem im Land betrafen. Da die internationalen Banken ihre Zusammenarbeit mit dem Iran einstellten, kann der Gottesstaat über das ausländische Bankensystem de facto weder etwas kaufen noch verkaufen. Zwar sollten bezüglich Medikamenten und Lebensmitteln Ausnahmen gelten, doch nach Angaben der iranischen Zentralbank gab es auch die nicht.

Der Iran ist von der Corona-Krise besonders stark betroffen. Seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar seien über 50 000 Todesfälle und mehr als eine Million Infektionen registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, gab es binnen 24 Stunden fast 300 Todesfälle und über 10 000 Neuinfektionen. Das 82-Millionen-Einwohner-Land gehört zu den von der Pandemie besonders hart betroffenen Staaten. Zum Vergleich: In Deutschland, das ähnlich viele Einwohner hat, stieg die Gesamtzahl der Menschen, die an oder mit Sars-CoV-2 gestorben sind, am Mittwoch auf insgesamt 19 932. Seit Beginn der Pandemie zählte das Robert Koch-Institut in Deutschland 1 218 524 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2./str/fmb/DP/zb