STOCKDORF (dpa-AFX) - Ein halbes Jahr nach den ersten Corona-Infektionen in Deutschland beim Automobilzulieferer Webasto zieht dessen Chef Holger Engelmann ein positives Fazit des damaligen Krisenmanagements. "Ich glaube, wir haben verdammt viel richtig gemacht. Wie wir damals gehandelt haben, ist auch aus heutiger Sicht eine Blaupause, wie man Infektionsketten unterbricht", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben schnell und transparent reagiert, haben schnell getestet und Hygienemaßnahmen eingeführt. Ich glaube, so kann man aufflackernde Ausbrüche in den Griff bekommen. Aber man braucht natürlich immer auch ein bisschen Glück."

Den Ausbruch am Hauptsitz in Stockdorf hat Webasto laut Engelmann gut verkraftet. Wirtschaftlich habe er keine großen Auswirkungen gehabt. Und auch ein möglicher Reputationsschaden sei am Unternehmen vorbeigegangen. "Wir hatten die Sorge, dass wir als diejenigen dastehen, die Corona nach Deutschland gebracht haben", sagte Engelmann. Aber es sei gelungen, als Unternehmen gesehen zu werden, das verantwortungsvoll mit der Herausforderung umgeht.

Der Ausbruch bei Webasto war am 27. Januar bekannt geworden. Eine chinesische Mitarbeiterin des Unternehmens hatte das Virus auf einer Dienstreise mitgebracht. Webasto schloss seine Zentrale für zwei Wochen. Es gelang, den Ausbruch einzugrenzen und die Infektionsketten zu unterbrechen.

"Die Behörden haben an uns eine Art Probefall durchexerzieren können, der gut ausgegangen ist", sagt Engelmann rückblickend. "Vielleicht haben wir in Deutschland dadurch auch einen kleinen Vorsprung gehabt, bevor die richtige Welle losging."/ruc/DP/zb