Frankfurt/Main (dpa) - Mit einem Sprung auf das höchste Niveau seit Anfang März hat der Dax am Montag an seine starke Vorwoche angeknüpft. Der Anstieg für den deutschen Leitindex endete mit einem Plus von 2,87 Prozent auf 11.391,28 Punkte.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte rückte um 2,02 Prozent auf 25.085,86 Zähler vor. Das vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima, das im Mai stärker als erwartet gestiegen war, stützte den Dax. Anleger sahen sich von der verbesserten Stimmung in den deutschen Unternehmen ermutigt, auch wenn die politische Krise in Hongkong wieder hoch kochte mit erneuten Protesten in der chinesische Sonderverwaltungszone. Aus den USA kamen keine Impulse, dort fand am Montag wegen eines Feiertages kein Handel statt.

Bayer gewannen an der Dax-Spitze 7,8 Prozent. Im milliardenschweren Glyphosatstreit steuert der Pharma- und Agrarchemiekonzern in den USA offenbar auf das Ende eines großen Kapitels zu.

Die Papiere der Lufthansa zogen um 7,5 Prozent an. Die schwer angeschlagene Fluggesellschaft soll die zuletzt viel thematisierten Staatshilfen in Milliardenhöhe bekommen. Darauf verständigten sich die Bundesregierung sowie der Lufthansa-Vorstand laut Mitteilung. Allerdings muss die EU-Kommission noch zustimmen, ebenso der Aufsichtsrat der Lufthansa und die Hauptversammlung.

Andere Papiere aus dem pandemiegeplagten Luftfahrtsektor legten ebenfalls kräftig zu: In der Flugzeugindustrie galt dies für MTU und Airbus mit Anstiegen von bis zu 8,4 Prozent und beim Flughafenbetreiber Fraport mit einem Aufschlag von 8,5 Prozent. Allgemein hellte sich auch die Stimmung im Reisesektor mit den weltweiten Corona-Lockerungen weiter auf. Auf Erholungskurs blieben deshalb auch die Sixt-Aktien mit einem vierprozentigen Anstieg.

Ansonsten stand auch Volkswagen im Fokus, sie legten als einer der schlechtesten Dax-Werte um 0,9 Prozent zu. Gut viereinhalb Jahre nach Auffliegen des Dieselskandals verkündete der Bundesgerichtshof (BGH) am Montag das erste höchstrichterliche Urteil. Demnach ist der Autobauer den betroffenen Autobesitzern grundsätzlich zur Zahlung von Schadenersatz verpflichtet.

In den Reihen hinter dem Dax setzten einige Aktien, die zuletzt als Gewinner der Viruskrise galten, ihren Rekordlauf fort. Darunter waren die Anteile des Softwarekonzerns Teamviewer, des Essenslieferanten Delivery Hero und der Shop Apotheke. Delivery Hero drehten jedoch im Verlauf ins Minus und verloren am Ende gut zwei Prozent.

Nach einem starken Börsendebüt mit einem Handelsstart bei 14 Euro kosteten die Papiere des Softwareunternehmens Exasol zuletzt 12,74 Euro. Exasol hatte insgesamt gut neun Millionen Aktien für 9,50 Euro je Stück losgeschlagen und damit knapp 90 Millionen Euro eingenommen.

Von den internationalen Börsen kamen am Montag angesichts von Feiertagen in London und New York vergleichsweise wenig Impulse. In Paris stieg der Cac 40 um 2,15 Prozent und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 2,27 Prozent auf 2971,35 Zähler.

Ein Euro kostete zuletzt 1,0896 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zwischenzeitlich auf 1,0910 (Freitag: 1,0904) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9166 (0,9171) Euro.

Am deutschen Anleihemarkt fiel der Rentenindex Rex um 0,04 Prozent auf 144,99 Punkte. Die Umlaufrendite stieg im Gegenzug von minus 0,48 Prozent am Freitag auf minus 0,47 Prozent. Der Bund-Future bewegte sich mit 173,09 Punkten in etwa auf seinem Niveau vom Freitag.