WASHINGTON (dpa-AFX) - In den USA hat sich ein weiterer Senator mit dem Coronavirus infiziert. Ein Sprecher des Republikaners Ron Johnson teilte am Samstag mit, der Senator habe sich am Vortag testen lassen. Das Ergebnis sei positiv ausgefallen. "Senator Johnson fühlt sich gesund und zeigt keine Symptome. Er wird so lange isoliert bleiben, bis sein Arzt Entwarnung gibt." Der Senator sei mit einer infizierten Person in Kontakt gekommen. Johnson sei in den vergangenen Wochen nicht im Weißen Haus gewesen.

Nach einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses am Samstag vor einer Woche hatten die republikanischen Senatoren Mike Lee und Thom Tillis am Freitag mitgeteilt, sie seien positiv auf das Coronavirus getestet worden. US-Präsident Donald Trump wird wegen einer Infektion mit dem Coronavirus seit Freitagabend im Militärkrankenhaus Walter Reed bei Washington behandelt. Trump hatte bei der Veranstaltung im Rosengarten seine Kandidatin für die freie Stelle im Supreme Court, Amy Coney Barrett, vorgestellt.

Sollten die drei infizierten Senatoren über eine längere Zeit ausfallen, könnte das Auswirkungen auf die Bestätigung Barretts durch den Senat haben, die Trump vor der Präsidentschaftswahl am 3. November anstrebt. Der Justizausschuss des Senats will am 12. Oktober mit Barretts Anhörung beginnen.

Trumps Republikaner haben eine Mehrheit von 53 der 100 Sitze im Senat. Für eine Bestätigung Barretts ist eine Mehrheit von 51 Stimmen notwendig. Für die Abstimmung müssen die Senatoren persönlich anwesend sein. Zwei republikanische Senatorinnen - Susan Collins und Lisa Murkowski - gelten als Wackelkandidatinnen. Die Demokraten fordern, dass erst der Sieger der Wahl über die Nachfolge der verstorbenen Richterin Ruth Bader Ginsburg entscheidet.

Der Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, hatte am Freitag mitgeteilt, der Prozess zur Bestätigung Barretts laufe mit "voller Kraft" weiter. Der Vorsitzende des Justizausschusses im Senat, der Republikaner Lindsey Graham, schrieb auf Twitter, er freue sich auf den Beginn der Anhörung am 12. Oktober. Senatoren könnten daran auch online teilnehmen./cy/DP/zb