Frankfurt/Koblenz (dpa) - Der viertgrößte deutsche Lebensversicherer Debeka streicht die laufende Verzinsung für Kunden zusammen. Das Unternehmen senke seine Überschussbeteiligung für 2019, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Koblenz.

Die laufende Verzinsung falle daher im Vergleich zu 2018 von 2,5 auf 2,25 Prozent. Die Senkung betreffe 350.000 Kunden mit klassischen Lebensversicherungsverträgen oder zehn Prozent aller Policen im Debeka-Bestand.

Neuartige Policen ohne klassischen Garantie-Zins stünden nicht im Fokus. Die Gesamtverzinsung, die bei Auszahlung der Verträge fällig wird, sinke aber nur leicht auf bis zu 3,1 Prozent, betonte der Sprecher. Zuvor hatte das Anlegermagazin «Börse Online» auf seiner Internetseite über den Schritt berichtet.

Die laufende Verzinsung ergibt sich aus dem Garantiezins und der Überschussbeteiligung, über deren Höhe die Versicherer je nach Wirtschaftslage und Erfolg ihrer Anlagestrategie jedes Jahr neu entscheiden. Wegen der Niedrigzinsen fällt es der Branche immer schwerer, die hohen Versprechen von einst an den Kapitalmärkten zu erwirtschaften. Branchengrößen wie Axa und der Marktführer Allianz halten aber ihre Überschussbeteiligung für 2019 konstant.

Die Folge der Niedrigzinsen: Die Überschussbeteiligung sinkt im Schnitt seit geraumer Zeit. Das Zusatzplus im Alter fällt so geringer aus als von vielen Verbrauchern erhofft. Hohe Zinsen galten jahrelang als Argument für Lebensversicherungen, den Klassiker in der Altersvorsorge.

Debeka Presse