Alle Augen waren heute auf Wirecard gerichtet. Der Termin für die Bekanntgabe der Jahresabschlusszahlen 2019 war für heute 14 Uhr angekündigt. Zuvor war er bereits zweimal verschoben worden. Im Fokus für das heutige Datum war das erhoffte Testat für den Jahresabschluss 2019. Doch nachdem Wirecard per Ad hoc Meldung den Termin heute wiederholt verschob, stürzte die Aktie ins Bodenlose.

Wirecard-Absturz

Die Wirecard-Aktie verlor an diesem Donnerstag kurzzeitig über 55 Prozent und stürzte von knapp 100 Euro auf 46 Euro. Die erneute Verschiebung der Bilanz löste Fassungslosigkeit bei den Aktionären aus. In der Mitteilung des Dax-Unternehmens wird die Verschiebung mit „unrichtigen Saldenbestätigungen zu Täuschuungszwecken“ begründet.

„Der Vorstand arbeitet mit Hochdruck daran, den Sachverhalt in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer weiter aufzuklären“, heißt es in der Stellungnahme. Ein neues Datum steht aktuell noch nicht fest. Sollte Wirecard es nicht schaffen bis Freitag einen testierten Abschluss vorlegen zu könenn, könnten Kredite der Wirecard AG in Höhe von zwei Milliarden Euro gekündigt werden.

Weiter heißt es: „Der Abschlussprüfer der Wirecard AG, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat die Wirecard AG darüber informiert, dass über die Existenz von im Konzernabschluss zu konsolidierenden Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro (dies entspricht in etwa einem Viertel der Konzernbilanzsumme) noch keine ausreichenden Prüfungsnachweise zu erlangen waren“

„Es bestehen Hinweise, dass dem Abschlussprüfer von einem Treuhänder bzw. aus dem Bereich der Banken, welche die Treuhandkonten führen, unrichtige Saldenbestätigungen zu Täuschungszwecken vorgelegt wurden, damit dieser ein unrichtiges Vorstellungsbild über das Vorhandensein der Bankguthaben bzw. die Führung von Bankkonten zugunsten der Wirecard-Gesellschaften erhalte. Der Vorstand arbeitet mit Hochdruck daran, den Sachverhalt in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer weiter aufzuklären.“

Wirecard selbst vermutet Opfer eines großen Betrugs geworden zu sein. Das Unternehmen werde Anzeige gegen Unbekannt erstatten.