Wirecard (WKN: 747206)-Aktien durchlebten nach den Vorwürfen der „Financial Times“ in den letzten 13 Monaten (04.09.2019) eine Zeit großer Kursschwankungen. Die Anschuldigungen konnten jedoch entkräftet werden. Auch eine Klage in Indien erwies sich zuletzt als unbegründet.

Unterdessen setzt sich die operative Entwicklung weiterhin positiv fort. Fast wöchentlich gewinnt der Anbieter von Zahlungsdienstleistungen neue Kunden hinzu. Diesmal waren es gleich zwei. Zudem erfährst du hier, wie sich derzeit der weltweite Markt für bargeldloses Zahlen entwickelt.

Kooperation mit Brightstar

Die Beteiligung und Zusammenarbeit mit Softbank (WKN: 891624) zahlt sich schon jetzt für Wirecard aus. Neben Auto1 und Oyo gewinnt Wirecard nun mit Brightstar einen weiteren Kunden durch den japanischen Partner hinzu. Die Softbank-Tochter Brighstar ist ein amerikanisches Privatunternehmen, welches bereits 1997 gegründet wurde. Es vertreibt Mobiltelefone, bietet spezialisierte globale drahtlose Vertriebsleistungen und Dienste für Hersteller mobiler Endgeräte, für Mobilfunkbetreiber und Einzelhändler an. So bedient es mehr als 200 Netzbetreiber, über 40.000 Einzelhändler und etwa 15.000 Unternehmenskunden in mehr als 100 Ländern.

Wirecard übernimmt nun für dieses bedeutende Unternehmen die Abwicklung der bargeldlosen Zahlungsvorgänge. Und da Brightstar Milliardenumsätze erwirtschaftet, ist das abzuwickelnde Volumen dementsprechend hoch. Zudem prüfen beide Partner derzeit eine Ausweitung der Kooperation.

Mit WHSmith einen der führenden britischen Buchhändler gewonnen

WHSmith wurde bereits 1792 gegründet und handelt in über 1.600 Filialen, die sich vor allem an Bahnhöfen und Flughäfen befinden, mit Büchern, Tageszeitungen und Fachzeitschriften. Um den Onlinehandel und die digitale Zahlungsabwicklung voranzutreiben, hat das Unternehmen nun den deutschen Spezialisten Wirecard engagiert.

WHSmith gelingt so die Anpassung an die neue Zeit, wo viele Kunden über das Internet einkaufen und gern flexibel und schnell bezahlen möchten. So können die Käufer nun eine Bank-Anwendung (App) nutzen, um per Smartphone zu zahlen. Die neuen Bezahloptionen können aber nicht nur beim Interneteinkauf, sondern auch in den Filialen genutzt werden. WHSmiths Umsatz lag 2018 bei über 1,2 Mrd. Britischen Pfund, wodurch sich auch hier für Wirecard ein hohes Abwicklungsvolumen ergibt. Zudem wird so auch die regionale Umsatzverteilung weiter ausgeglichen.

Wirecard bietet vor allem für die in Großbritannien in zunehmender Zahl auftretenden chinesischen Touristen das Bezahlen per Smartphone an. Auswertungen haben ergeben, dass diese umso mehr Geld ausgeben, je mehr sie mit ihren gewohnten Methoden, ohne große Hindernisse, bezahlen können. Allein dadurch ergibt sich auch für WHSmith ein Mehrwert aus der Kooperation.

In Deutschland stehen digitale Bezahlformen erst am Anfang

Derzeit boomt das bargeldlose Zahlen vor allem in den Schwellenländern wie Russland, China, Kenia oder Indien. Gründe sind die dort noch vorhandenen gesunden Bevölkerungspyramiden (mehr junge als alte Menschen, die vor allem per Smartphone bezahlen) und das verhältnismäßig dünne Bankfilialnetz. Das Internet ist hingegen schon fast überall verfügbar, wodurch das digitale Bezahlen hier derzeit jährliche Zuwachsraten von 20 bis 30 % aufweist.

In Europa ist Skandinavien besonders fortschrittlich. In Deutschland steht die Entwicklung dagegen noch relativ am Anfang, wird sich aber über die kommenden Jahre deutlich beschleunigen. Grund sind die zunehmende Anzahl an Händlern, die mobile Bezahloptionen anbieten, die starke Nutzung von Smartphones für viele tägliche Erledigungen und das zunehmende Vertrauen in die Sicherheit der Technik. Apple- und Google-Pay stärken darüber hinaus das Vertrauen. Aber auch das kontaktlose Zahlen per Girocard wird immer häufiger genutzt. Bisher haben erst etwa 26 % der deutschen Bevölkerung einmal per Smartphone bezahlt. 47 % der Menschen haben hingegen schon Erfahrung mit dem kontaktlosen Zahlen gemacht (Stand Anfang des Jahres 2019).

Wirecard wird von diesem Boom profitieren, weil es der bevorzugte Partner von sehr vielen großen Handelsfirmen ist. Zudem denken die Händler ständig darüber nach, wie sie die Bezahlung beschleunigen können. So werden wahrscheinlich über das Anbieten von innovativen Bezahloptionen zukünftig auch Ladenkassen ganz verschwinden.

Ist dies die nächste Wirecard?

Wirecard stieg um fast 2.000 %. Jetzt gibt es einen aussichtsreichen „Nachfolger“, der schon bald die Spitze einnehmen könnte. Erst im vergangenen Jahr kam die Aktie an die Börse. Mit +49 % Umsatzwachstum (2018) und einer traumhaften Marge von 52 % (vor Steuern und Abschreibungen) fasziniert das Unternehmen die Analysten, während seine Plattform die Internethändler in der ganzen Welt mit der besten Performance begeistert und so bereits über 3 Milliarden Menschen erreicht. Wächst hier ein ganz neuer Tech-Gigant heran? Alle Details liest du hier:

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt SoftBank.

Motley Fool Deutschland 2019

Autor: Christof Welzel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst