Wirecard (WKN: 747206) hat am Dienstag eine neue Prognose für das Jahr 2025 veröffentlicht – und die hat es wirklich in sich! Denn die neuen Langfristziele des Unternehmens liegen bis zu 20 % über dem, was das Unternehmen erst vor circa einem Jahr präsentiert hatte.

Nach einer anfänglich positiven Reaktion beendete die Aktie den – zugegebenermaßen allgemein miserablen – Handelstag mit einem beachtlichen Minus von 4,6 %. Anleger hatten wohl mit noch optimistischeren Aussichten gerechnet, zudem machten sich Bedenken hinsichtlich der niedrigeren vorausgesagten Profitabilität breit.

Doch alles zu seiner Zeit. Steigen wir mal etwas tiefer in die neue Langzeitprognose des Unternehmens ein und sehen uns an, welches Potenzial die Aktie nun bietet.

Das ist passiert

In der folgenden Tabelle siehst du die alte und die neue Vision 2025 zusammen mit den Jahreszahlen für 2018, damit du einen Vergleichsmaßstab hast:

Geschäftsjahr 2018 Vision 2025 alt Vision 2025 neu Prognoseveränderung
Transaktionsvolumen 124,9 Milliarden Euro 710 Milliarden Euro 810 Milliarden Euro + 14,1 %
Umsatz 2,02 Milliarden Euro 10 Milliarden Euro 12 Milliarden Euro + 20,0 %
EBITDA 0,56 Milliarden Euro 3,3 Milliarden Euro 3,8 Milliarden Euro + 15,2 %
EBITDA/Umsatz 27,7 % 33,0 % 31,7 % – 4,0 %
EBITDA/TA-Volumen 0,448 % 0,465 % 0,469 % + 0,9 %

Quelle: Unternehmensangaben, eigene Berechnungen

Wie du siehst, plant das Unternehmen mit deutlich höheren Umsatz- und Profitabilitätskennzahlen als noch vor einem Jahr. Das Management nennt das starke, sich beschleunigende organische Wachstum und die Kooperation mit SoftBank als Hauptgründe für die Prognoseerhöhung. Die höheren Ziele sollen durch die folgenden strategischen Eckpunkte erreicht werden:

  1. Eine verstärkte Konzentration Wirecards auf Großunternehmen: Letztere sollen 2025 den größten Anteil der Transaktionsumsätze einbringen, aktuell stehen sie nur für knapp 27 % dieser Erlöse. Das Unternehmen erhofft sich hier Skaleneffekte.
  2. Die Weiterentwicklung der eigenen Paymentplattform: 2018 machte das Unternehmen mehr als zwei Drittel seiner Umsätze mit Zahlungsdienstleistungen. Dieser Anteil soll 2025 auf nur noch 30 % sinken, Mehrwertdienste in den Bereichen Finanzen und Datenanalyse rücken in den Vordergrund.
  3. Die globale Präsenz Wirecards in allen wichtigen Märkten.

Probleme mit der Profitabilität? Nein!

Wie ich oben bereits schrieb, machten sich bei Marktteilnehmern nach der Prognoseerhöhung Sorgen breit, was Wirecards Profitabilität angeht. Wie ein JPMorgan-Analyst richtig ausführte, sehe die aktualisierte Prognose im Jahr 2025 eine niedrigere EBITDA-Marge vor als die aus dem letzten Jahr: 31,7 versus die alten 33,0 %.

Nur: Ist das wirklich so wichtig? Zum einen reden wir hier über eine Anpassung der EBITDA-Marge um rund 4 %, was alles andere als ein Grund zur Panik ist – vor allem auf diesem hohen Niveau. Vielleicht ist das Ganze sogar nur das Ergebnis der Tatsache, dass bei Umsatz und EBITDA recht stark gerundet wurde. JPMorgan, das könnt ihr (hoffentlich) besser!

Zudem sollten wir nicht vergessen, dass alle Angaben in beiden Versionen der Vision 2025 Mindestangaben sind. CEO Markus Braun hob während seiner Präsentation deutlich hervor, dass die Schätzungen konservativ seien, da man nicht gleich sein ganzes Pulver verschießen wolle.

Noch einen weiteren Punkt brachte Braun an: Ja, die EBITDA-Marge zum Umsatz sei nach der aktuellen Prognose niedriger. Doch wenn man das EBITDA mit dem Transaktionsvolumen vergleiche, dann stelle man eine verbesserte Marge fest. In der letzten Zeile der obigen Tabelle habe ich das Ganze noch mal nachgerechnet: Es stimmt. Das bedeutet, dass Wirecard plant, aus einem Euro Transaktionsvolumen mehr Umsatz und mehr EBITDA rauszuholen – wenn du mich fragst, eine sehr gute Nachricht.

Rasantes Wachstum voraus

Schauen wir uns abschließend noch an, welchen weiteren Wachstumspfad die neue Prognose für Wirecard zeichnet. Auch hier sagt eine Tabelle wieder mehr als 1.000 Worte:

2017 bis 2018 Vision 2025 alt Vision 2025 neu
Umsatzwachstum p. a. 35,6 % 25,7 % 29,0 %
EBITDA-Wachstum p. a. 36,6 % 28,8 % 31,5 %

Quelle: eigene Berechnungen

Ich bin extrem gespannt, ob Wirecard diese Wachstumsraten tatsächlich erreichen kann. Normalerweise neigen Unternehmen dazu, mit zunehmender Größe immer niedrigere Wachstumsraten zu erzielen, da es schon rein mathematisch gesehen irgendwann schwierig wird, immer schneller immer mehr Umsatz zu machen.

Ein Stück weit ist das zwar auch bei Wirecard der Fall, aber eben nur ein Stück weit: Von 2017 auf 2018 stieg das EBITDA um 36,6 %, und für die nächsten sieben Jahre rechnet das Unternehmen mit einer Wachstumsrate, die nur wenige Prozentpunkte darunter liegt. Und wir sollten noch mal festhalten, dass das Ganze laut CEO Braun konservativ geschätzt ist.

Aktuell wird die Aktie zum 30-Fachen des EBITDA von 2018 gehandelt (Stand: 08.10.2019). Selbst wenn wir annehmen, dass sich dieses Multiple in den nächsten sieben Jahren auf 15 halbiert, könnte eine Wirecard-Aktie dann ganze 461,30 Euro wert sein – und damit ein Kurspotenzial von 235 % bieten.

Wer bisher noch nach einem Grund gesucht hat, die Wirecard-Aktie zu kaufen, dürfte ihn jetzt gefunden haben.

Ist dies die nächste Wirecard?

Wirecard stieg um fast 2.000 %. Jetzt gibt es einen aussichtsreichen „Nachfolger“, der schon bald die Spitze einnehmen könnte. Erst im vergangenen Jahr kam die Aktie an die Börse. Mit +49 % Umsatz-Wachstum (2018) und einer traumhaften Marge von 52 % (vor Steuern und Abschreibungen) fasziniert das Unternehmen die Analysten, während seine Plattform die Internet-Händler in der ganzen Welt mit der besten Performance begeistert und so bereits über 3 Milliarden Menschen erreicht. Wächst hier ein ganz neuer Tech-Gigant heran? Alle Details liest du hier:

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool empfiehlt SoftBank.

Motley Fool Deutschland 2019

Autor: Christoph Gössel, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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