Die Wirecard (WKN: 747206) und die Financial Times sind nun doch ein Phänomen, das das gesamte Börsenjahr in gewisser Weise prägt. Zunächst sah es eigentlich so aus, als sei das leidige Thema inzwischen wieder vergessen. Doch spätestens, seitdem nun im Oktober das Kapitel der Kurskapriolen in eine neue Runde geht, wissen wir, dass das noch nicht ausgestanden ist. Leider.

Die Macht dieser Berichterstattung besaß zudem das Zeug, auch die, hm, zumindest operative Euphorie der jüngst kräftig nach oben revidierten Prognose nicht weiter zu entfachen. Auch das ist gewiss ein wenig schmerzhaft, denn so manch einer dürfte möglicherweise eher mit einem Aufwärtsimpuls gerechnet haben. Und nicht mit einer weiteren Abwärtsdynamik.

Nun hat sich jedoch der Wirecard-CEO Markus Braun zu den aktuellen Verwerfungen in der momentanen Causa geäußert. Schauen wir mal, was Investoren diesbezüglich wissen sollten:

Das sollten Investoren jetzt wissen

Für die allermeisten wohl eher wenig überraschend dementierte der Verantwortliche bei Wirecard die nun erneut kolportierten Vorwürfe gegen den innovativen Zahlungsdienstleister. Die inhaltliche Darstellung innerhalb des Artikels sei substanzlos und falsch, so der Wirecard-Funktionär auf Anfrage der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX.

Alle Geschäftsbeziehungen, die demnach in den Abschlüssen verbucht worden seien, seien authentisch. Damit bekräftigte Braun im Grunde noch einmal das offizielle Dementi, das der Konzern bereits relativ zeitnah nach der Verkündung der neuen Vorwürfe veröffentlicht hat, indem es unter anderem geheißen hat, die zweifelhaften Namen seien lediglich Kundencluster, die mehrere Hundert einzelner Händler beinhalten würden.

Der Manager ging jedoch noch weiter und scheint den Fokus wieder vermehrt auf den operativen Erfolg lenken zu wollen. Er selbst sehe nämlich keinerlei Risiken für das operative Geschäft und es laufe weiterhin hervorragend. Man schließe weiterhin einen Deal nach dem anderen ab, was wohl dafür sprechen soll, dass das Wachstum hier noch immer intakt ist.

Spannende Aussagen, aber wenig Neues

Der Wirecard-CEO stößt mit diesen Aussagen natürlich noch einmal in die gleiche Richtung wie bislang. Die Berichte sind substanzlos und in einen falschen Kontext gerückt, die Vorwürfe gegenstandslos. All das kennen die Investoren natürlich bereits. Auch die Chancen, auf die das Management des innovativen Zahlungsdienstleisters hinweist, sind hierbei natürlich hinlänglich bekannt und sollten die wenigsten verwundern.

Tatsächlich hat Wirecard in den vergangenen Wochen ein starkes Momentum an den Tag gelegt, was definitiv auf ein rasantes Wachstum hindeuten könnte. Möglicherweise sogar noch einmal auf ein beschleunigtes, wie die nun nach oben revidierten Prognosen verdeutlichen dürften. Allerdings scheint all das momentan nicht im Fokus der Investoren zu sein.

Wirecard ist hierbei, verständlicherweise, in einer Zwickmühle. Man hat bereits mithilfe externer und interner Ermittlungen gezeigt, dass nichts falsch gelaufen sei und die Wirtschaftsprüfer und Ermittler im Rahmen der Abschlüsse kein Fehlverhalten nachweisen konnten. Nichtsdestoweniger sind Investoren nun, wieder einmal, verunsichert und die etablierten Schutzvereinigungen fordern Aufklärung und Transparenz. Dinge, die man eigentlich bereits geliefert hat, die jedoch wirken wie ein alter Schuh.

In meinen Augen scheint es daher zwar vielleicht nicht befriedigend zu sein, was das Management des innovativen Zahlungsdienstleisters daher gegenwärtig von sich gibt. Ja, nicht einmal neu. Aber, ganz im Ernst: Welche neuen Erkenntnisse als ein Testat und die Ergebnisse die jeweiligen Ermittlungen soll Wirecard denn noch an den Tag legen? Viel mehr, außer der bereits abgegebenen Erklärung, dass die kolportierten Decknamen Kundencluster sind, kann der DAX-Konzern eigentlich nicht mehr leisten.

Vertrauen oder nicht, das ist hier die Frage

Wenn du mich fragst, sollte sich für Investoren daher wohl eher nicht mehr die Frage stellen, was Wirecard noch leisten kann, sondern wie es um die persönliche Vertrauenslage bestellt ist. Viele Fakten liegen auf dem Tisch, viele unbestätigte Vorwürfe kursieren derzeit. Jetzt liegt es an dir, dein Gesamtbild daraus zu konstruieren, wie auch immer das letztlich für dich persönlich auch aussehen mag.

Auch das mag vielleicht unbefriedigend sein, aber in Anbetracht der aktuellen Medienlage und des bisherigen Verfahrens wird es wohl nicht so schnell eine finale Lösung geben. Sondern nur Aussagen und Vorwürfe, die wir selbst bewerten und uns daraus ein großes Ganzes zusammensetzen können.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2019

Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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