Es wird wieder einmal rummelig um die Wirecard (WKN: 747206)-Aktie. Die Financial Times hat in diesen Tagen erneut bewiesen, dass sie noch immer eine gewisse Macht über das Papier des innovativen Zahlungsdienstleisters hat. Mit einem Einbruch von in der Spitze knapp 20 % wurden zudem so einige, schwere Geschütze aufgefahren.

Nichtsdestoweniger wehrt sich Wirecard natürlich und kann das eigentlich aus einer sehr bequemen Position heraus tun. Schauen wir im Folgenden daher einmal, welche Verteidigung das Wirecard-Management auffahren kann und ob das reicht, um den Turnaround zu meistern:

Wirecard in der Rechtfertigung mit Telefonkonferenz

Das Management des innovativen Zahlungsdienstleisters hat am Mittwoch dieser Woche nun ebenfalls eine Erklärung abgegeben, die die Aussagen der Financial Times in einen gewissen Kontext einräumt. Zunächst heißt es hier, dass die 34 von der Financial Times genannten Unternehmen eine Bezeichnung für Kundencluster seien, die für Reporting und Abstimmungszwecke erstellt würden. Diese würden zudem hunderte von echten, einzelnen Unternehmen abbilden, die Schlussfolgerungen der Financial Times seien entsprechend nicht korrekt.

Auch der Ansatz von Partnern wie Al Alam sei in der Branche ein üblicher Ansatz, womit inhaltlich die relativ kurze, jedoch aussagekräftige Würdigung der Vorwürfe schließt. Positiv zu werten ist für mich zudem, dass Wirecard hierbei ungewohnt offen antwortet und die Berichte der Financial Times nicht bloß als gegenstandslos zurückweist, sondern effektive Erklärungen für die Namen gibt. Das schafft Vertrauen in die Rechtmäßigkeit der Geschäftspraktiken und schürt erneut den Verdacht, dass die Financial Times rund um Autor McCrum mal wieder falsche Schlüsse aus Namen und Zahlen gezogen hat.

Vermutlich aus diesem Zweck möchte der DAX-Konzern zudem eine Telefonkonferenz abhalten. Zumindest sei das bislang durchgesickert, wie das Handelsblatt mit Bezugnahme auf Konzernkreise verlauten ließ. Das könnte entsprechend eine Säule des bisherigen Turnarounds sein.

Das Testat ist noch immer gültig!

Zudem sollten Investoren nicht vergessen, dass das Testat der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young noch immer gültig ist. Im Nachgang der ersten Causa Wirecard haben die Prüfer, auch im Hinblick auf potenzielle Unregelmäßigkeiten, hier geprüft und ein uneingeschränktes Testat zum Jahresabschluss ausgestellt. Die meisten Investoren, die diesen Sachverhalt nicht erst seit diesem Monat verfolgen, werden sich mit Sicherheit noch erinnern.

Das zeigt ebenfalls sehr deutlich, dass sich Wirecard bislang noch nichts zu Schulden kommen lassen hat und keine Unregelmäßigkeiten oder strafbare Verhaltensweisen gefunden werden konnten. Eine Prüfung, wohlgemerkt, die vom Grundsatz her nicht nur die Unternehmen in Singapur betreffen dürfte, sondern im Rahmen des Gesamtjahresabschlusses den Konzern Wirecard.

Investoren können daher eigentlich noch immer darauf bauen, dass Wirecard hier, gemäß der Aussagen der Prüfer, rechtmäßig agiert und bilanziert hat. Auch das macht eigentlich Mut, dass hier alles noch immer ordnungsgemäß abgelaufen ist. Wie gesagt, eigentlich.

Kann das den Turnaround bringen?

Die spannende Frage dürfte nun daher sein, ob diese zwei Säulen, die Telefonkonferenz mit der vorherigen Rechtfertigung und die Gültigkeit des noch immer bestehenden Testats, den Turnaround einläuten können. Und wenn du mich fragst: ja, allerdings.

Wirecard hat sich bislang, trotz aller Kritik und seiner schillernden und stets von Kritik geprägten Vergangenheit, noch nichts zu Schulden kommen lassen. Dessen konnten sich die Investoren stets sicher sein. Und das macht entsprechend Mut, dass es auch dieses Mal wieder so sein wird, weshalb ich glaube, dass hier langfristig (wieder einmal!) der Weg für den Turnaround gelegt werden kann.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2019

Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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