Der Wirecard-Aktie (WKN: 747206) hätten viele Anleger sicher eine goldene Zukunft gewünscht. Vor Kurzem wurde der Münchener Zahlungsdienstleister noch als deutsche Payment-Perle und DAX-Aufsteiger gefeiert. Nach einem Absturz von mehr als 90 % geht der Hoffnungsträger nun für deutlich unter 10 Euro pro Aktie über die Ladentheke (Stand: 25.06.2020).

Was viele Beobachter schon seit Tagen vermutet hatten, wurde schlussendlich wahr: Wirecard musste Insolvenz anmelden. Ein harter Schlag! Nicht nur für Wirecard-Investoren, sondern auch für digitale Visionäre, die von einer bargeldlosen Zukunft träumen.

Dabei ist der Sektor nach wie vor heiß. Digitale Zahlungsabwicklung ist heute nicht weniger Megatrend als noch vor einer Woche.

Das Vakuum, das Wirecard hinterlässt, dürfte daher nicht allzu lange Bestand haben. Viele hervorragende Unternehmen kämpfen weiterhin um die Gunst der digitalen Kundschaft. Darunter auch Payment-Klassiker PayPal (WKN: A14R7U), der zurzeit – im Gegensatz zu Wirecard – alles richtig zu machen scheint.

Der schöne Zwillingsbruder der Wirecard-Aktie

Wer sich den Kursverlauf der PayPal-Aktie anschaut, könnte meinen, die Wirecard-Aktie spiegelverkehrt zu sehen. Keine Spur von Krise bei dem über 20 Jahre alten Onlinebezahldienst.

Ganz im Gegenteil! Auf Sicht der vergangenen drei Monate konnte sich die PayPal-Aktie ein außergewöhnlich hohes Plus von rund 73 % erarbeiten. Auf Sicht der vergangenen drei Jahre steht das gute Stück sogar mit über 200 % im Plus (Stand: 24.06.2020).

Die Diagnose ist klar: In Zeiten von Quarantäne und geschlossenen Ladengeschäften wird wesentlich mehr online bestellt. Paradiesische Zeiten für Onlinebezahldienste!

Doch damit nicht genug. Derzeit scheint sich ein weiterer Knaller anzubahnen, der allerdings fürs Erste nur als Gerücht zu bewerten ist.

Im Kern geht es bei diesem Gerücht um die Integration der aktuell nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährung in die PayPal-Plattform – Bitcoin! Dem Kryptomagazin Coindesk zufolge sind die Kryptobörsen Coinbase aus Kalifornien und BitStamp aus Luxemburg als ausführende Dienstleister im Gespräch.

Genau zur richtigen Zeit in den Kryptomarkt?

Die Wirecard-Aktie wird wohl keine guten Nachrichten mehr fabrizieren. Für Bitcoin ist die Nachricht über eine Integration bei PayPal ein Hauptgewinn! Eventuell bekommen 325 Millionen PayPal-Kunden schon bald die Möglichkeit, Bitcoin einfach und schnell auf der Plattform ihrer Wahl kaufen und verkaufen zu können.

Doch wäre das auch ein Hauptgewinn für PayPal? Schließlich ist Bitcoin in vielen Kreisen noch immer nicht über den Status einer spekulativen Schnapsidee hinausgekommen. Die Gefahr, sich mit superriskanten Kryptowetten den Ruf zu ruinieren, könnte für viele Anleger eine Nummer zu heiß sein.

Doch zwei Gründe sprechen dafür, dass die Integration von Bitcoin eine hervorragende Idee ist:

  1. Die Cash App von US-Zahlungsdienstleister Square (WKN: A143D6) bietet ihren Nutzern bereits seit einiger Zeit die Möglichkeit, Bitcoin zu kaufen. Nur Bitcoin und nichts anderes! Eine heiße Wette von Square-Gründer Jack Dorsey auf das Krypto-Urgestein.
  2. Mit der Halbierung der Schürferkompensation hat Bitcoin vor wenigen Wochen eine weitere Reduktion der Inflation hinter sich gebracht. In der Vergangenheit hatte dieser Schritt bisher immer gigantische Kursfeuerwerke zur Folge. Historisch betrachtet wäre die Zeit für Bitcoin demnächst mehr als reif.

Gerüchte kaufen, Fakten verkaufen

Die Gerüchte über eine Wirecard-Insolvenz – und den damit unweigerlich verbundenen Niedergang der Wirecard-Aktie – haben sich leider bewahrheitet. Die Gerüchteküche rund um die Bitcoin-Integration bei PayPal stimmt mich allerdings durchweg positiv.

Überraschen würde mich der Schritt von PayPal nicht. PayPal-Mitgründer und Tech-Investor Peter Thiel ist mit Bitcoin bestens vertraut. Vor Kurzem investierte er 50 Mio. US-Dollar in den texanischen Bitcoin-Schürfer Layer1. Der will mit günstiger Energie im Rücken besonders effizient Bitcoin schürfen.

Was Square-Gründer Jack Dorsey mit seiner Cash App macht, könnte PayPal eigentlich egal sein. Doch Square ist nicht irgendwer, sondern mittlerweile zu einem rund 32 Mrd. US-Dollar schweren Konkurrenten herangewachsen (Stand: 25.06.2020). Falls sich Bitcoin demnächst tatsächlich – wie von einige Modellen prognostiziert – eine sechsstellige Hausnummer sichert, wäre Square mit dabei. Und PayPal?

Gut möglich, dass doch alles ganz anders kommt. Womöglich wird der Bitcoin versagen, PayPal niemals irgendeine Kryptowährung integrieren und Layer1 lediglich die texanische Wüste erhitzen. Nichts von alldem ist aktuell in Stein gemeißelt!

Doch wenn sich die Gerüchte endgültig bewahrheiten, wird der Kurs der PayPal-Aktie vermutlich bereits in anderen Sphären schweben. Gerüchte kaufen, Fakten verkaufen – das alte Spiel!

The post Wirecard-Aktie: Raus! PayPal-Aktie: Rein? appeared first on The Motley Fool Deutschland.

Die skandalfreie Alternative zu Wirecard

Wirecard hat das Vertrauen der Anleger verspielt. Trotz vielversprechendem Geschäftsmodell hat es sich in eine große Krise geführt.

Die meisten übersehen, dass es ein skandalfreies Unternehmen aus den Niederlanden gibt, das mit großem Erfolg die Finanzwelt mit seinen stark nachgefragten Dienstleistungen in der Zahlungsabwicklung erobert. Unsere Analysten schätzen seine Zukunftschancen als sehr gut ein. The Motley Fool hat einen kostenlosen Sonderbericht zusammengestellt, der die wichtigsten Informationen zu diesem Unternehmen liefert.

Klick hier, um diesen Bericht jetzt gratis herunterzuladen.

Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Aktien von PayPal Holdings und Square und empfiehlt die folgenden Optionen: Short September 2020 $70 Put auf Square und Long January 2022 $75 Call auf PayPal Holdings.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Jetzt den vollständigen Artikel lesen