Für Anleger des bayrischen FinTechs Wirecard bleibt es weiterhin spannend. Denn obwohl der aufstrebende Zahlungsdienstleister an seinem Kapitalmarkttag am Dienstag in New York ehrgeizige Ziele und hohe Umsätze für 2025 prophezeit hatte, konnte er bei den Anlegern nicht überzeugen. Der Aktienkurs der Bayern fiel gleichzeitig um beinahe 5 Prozent und war der größte Verlierer am Dax.

Vision 2025

Bereits Mitte September verkündete CEO Markus Braun eine Erhöhung der Ziele 2025. Daher waren die Erwartungen an den Konzern am Dienstag entsprechend groß. Doch offenbar konnte der Zahlungsdienstleister nicht liefern. Denn der Kurs stürzte am gestrigen Kurstag über 5 Prozent nach unten. Das Volumen der über Wirecard abgewickelten Transaktionen soll in den nächsten Jahren bis 2025 bei über 810 Milliarden Euro liegen. Das wären 100 Milliarden über den bisherigen Erwartungen. Ein beachtlicher Zuwachs, wenn man es mit den 125 Milliarden Transaktionsvolumen im Jahr 2018 vergleicht. Dennoch beließ Wirecard, trotz der großen Erwartungen, die Ziele für 2019 und 2020 unverändert. Offensichtlich waren damit nicht alle zufrieden. Auch unter den Analysten gab es verschiedene Meinungen.

Kritik

Mohamed Moawalla von Goldman Sachs und Knut Woller von der Baader Bank reagierten zuerst positiv auf die Prognoseerhöhung von Wirecard und bestätigten ihre Kaufempfehlungen mit Zielen von 230 Euro. Laut dem Goldman Analysten verdeutlichten die Ziele die Nachhaltigkeit der stark zweistelligen Wachstumsraten über die längere Zeit. Dahingegen warf Analyst Sandeep Deshpande Fragen um die Rentabilität des weiteren Geschäfts auf und sendete mit einem "Neutral" mit einem Kursziel von 165 € eher verhaltene Signale an die Anleger. Die operative Gewinnmarge (Ebitda) der zuätzlichen Erlöse betrage nur 25 statt der geplanten 33 Prozent, so der Analyst.

Braun

Daraufhin wurde mit Spannung der Vortrag von Markus Braun erwartet. Dieser erklärte daraufhin die Wachstumszahlen seien "conservative numbers". Sie wollen also ein sicheres und stetiges Wachstum gewährleisten. Braun begründete weiterhin die Wachstumsvision des Unternehmens mit drei Eckpunkten:

  1. Man werde sich vermehrt auf Großunternehmen mit mehr als eine Milliarde Transaktionsvolumen konzentrieren.
  2. Der weltweite Präsenz des Unternehmens soll in den nächsten Jahren stark ausgeweitet werden.
  3. Die Weiterentwicklung der Payment Umgebung und Erweiterungen im digitalen Finanzdienstleistungsbereich, sowie Datenbezogene Dienste. Der Umsatz der datenbezogenen Dienste soll von 26 auf 45 Prozent erhöht werden.

Somit bleibt abzuwarten wie sich das Wertpapier entwickelt. Doch den Unternehmenserfolg der nächsten Jahre kann man künftig gut anhand der Vision vergleichen und bewerten.