Der durch den Bilanzskandal angeschlagene Finanzkonzern Wirecard kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nachdem der ehemalige CEO verhaftet wurde, wenden sich nun auch große Kunden von dem Zahlungsdienstleister ab. Der Aktienkurs der Wirecard-Aktie stagniert währenddessen und steht derzeit bei etwa 17 Euro. Nennenswerte Ausschläge konnte er nach dem massiven Absturz nicht verzeichnen.

Kunden beenden Partnerschaft zu Wirecard

Der Fahrdienstleister „Grab“, der eine Partnerschaft mit Wirecard plante, teilte mit, nicht mit der Integrationsvorbereitung zu beginnen. „Wir haben noch nicht mit den Integrationsarbeiten für die Wirecard-Partnerschaft begonnen und pausieren die Partnerschaft bis auf weiteres“, kommentierte ein Grab-Sprecher in Singapur.

Auch der französische Telekomkonzern Orange wird scheinbar für seine Tochter Orange Bank in naher Zukunft auf einen neuen Zahlungspartner umschwenken. Der Konzern selbst äußerte sich noch nicht dazu. Orange und Wirecard kooperieren seit 2013 miteinander.

Auch der niederländische Ableger der Fluggesellschaft Air France-KLM prüft nach eigenen Angaben die aktuelle Lage bezüglich Wirecard.

Anschließend kündigte auch die Londoner Onlinebank Revout an, Kunden auf einen anderen Anbieter umzustellen, um Probleme beim Service zu vermeiden.

Drohender Lizenzverlust

Das ist jedoch nicht das einzige Problem des neuen Interims-Vorstandschef James Freis. Wirecard droht zudem der Verlust von Kreditkartenlizenzen. Denn der Aschheimer Zahlungsdienstleister ist auf die Zusammenarbeit von Kreditkarten-Anbietern wie Mastercard, Visa und JCB International angewiesen. Diese könnten aufgrund der verschwundenen 1,9 Milliarden Euro gezwungen sein, die Lizenzen zu widerrufen.