Im Skandal rund um Wirecard werden immer neue Geheimnisse enthüllt. Jetzt könnte der sonst streng geheime Bericht der Wirtschaftsprüfung EY Aufschluss darüber geben, was tatsächlich vorgefallen ist. Der Aktienkurs der Wirecard-Aktie nahm derweil wieder Verluste hin. Die Aktie verlor am heutigen Handelstag knapp zehn Prozent und steht aktuell bei 2,13 Euro.

Einsicht der EY-Prüfberichte

Unter bestimmten Voraussetzungen haben Aktionäre das Recht, die sonst streng vertraulichen Berichte von Wirtschaftsprüfern einzusehen. Im Bilanzskandal rund um Wirecard könnten die Berichte von EY große Bedeutung haben. Wirtschaftsprofessor Kai-Uwe Marten sagte gegenüber der dpa, dass es seines Wissens das erste Mal wäre, dass dieses Recht angewandt würde. Der Paragraf 321a des Handelsgesetzbuches wurde vor 16 Jahren in Folge einiger Skandale eingeführt.

Marten führt fort: „All jene, die Forderungen haben, etwa Banken und Lieferanten, in bestimmten Fällen aber auch Aktionäre, können Einsicht in die Prüfungsberichte der vergangenen drei Jahre beantragen, sobald das Insolvenzverfahren eröffnet ist.“

Für Aktionäre bedeutet das, sie müssten ein Prozent des Unternehmens, bzw. Aktien im Wert von mindestens 100.000 Euro halten, um Zugriff auf die Berichte zu erhalten.

Wenn Betroffene Einsicht in die Berichte erhalten, würde es spannend werden. Laut Marten „kann man sehen, dass die Wirtschaftsprüfer im Fall Wirecard gemacht haben, ob es Verdachtsfälle gab und wenn ja, wie sie dem nachgegangen sind.

Weiterer Wirecard-Manager verhaftet

Der Wirecard-Manager Oliver Bellenhaus hat sich an diesem Montag der Staatsanwaltschaft München gestellt und ist festgenommen worden.

Zuvor sei bereits ein Haftbefehl gegen Bellenhaus beantragt worden. Es bestehe der „dringende Tatverdacht des gemeinschaftlichen Betrugs im besonders schweren Fall“, heißt es in der Mitteilung. Bellenhaus wurde umgehend inhaftiert, als Gründe wurden unter anderem Flucht- und Verdunkelungsgefahr genannt.