Es ist wieder Berichtssaison! Und auch Wirecard (WKN: 747206) hat am Mittwoch dieser Woche nun vorläufige Zahlen für das gesamte Geschäftsjahr 2018 vorgelegt.

Die Reaktionen im frühen Handel fielen zunächst etwas gemischt aus, was womöglich auf ein kleineres Maß an Enttäuschung oder die Gier der Investoren hindeuten könnte.

Daher lass uns im Folgenden am besten mal einen Blick auf das Zahlenwerk riskieren und überlegen, was man als Anleger von den präsentierten Ergebnissen halten sollte.

Zahlen, Daten, Fakten

Wie Wirecard im Rahmen der vorläufigen Zahlen verkündete, konnte es im vergangenen Jahr Umsätze in einer Größenordnung von 2,1 Mrd. Euro generieren. Im Vergleich zum Vorjahreswert von 1,5 Mrd. Euro entspricht das einem Plus von rund 40 %.

Auf Sicht des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kommt Wirecard nunmehr auf einen Wert von 568,3 Mio. Euro nach einem Vorjahreswert von 412,6 Mio. Euro. Auch das entspricht einem steilen Plus von 38 % im Jahresvergleich und ist zugleich ein Wert, der sich an der oberen Ergebnisspanne der bisherigen Prognose von 550 bis 570 Mio. Euro eingefunden hat.

Für das laufende Börsenjahr 2019 hat Wirecard bei der hier verkündeten Wasserstandsmeldung nun seinen Ausblick der vergangenen Woche bestätigt. Dementsprechend rechnet das Management hier weiterhin mit einem Ergebnis in den kommenden zwölf Monaten von 740 bis 800 Mio. Euro, was selbst im pessimistischsten Szenario erneut ein Ergebnisplus von 30 % auf Sicht des gesamten Geschäftsjahres 2018 wäre.

So weit also zu den vorläufigen Zahlen.

Was diese Zahlen nun bedeuten

Wenn du mich fragst, hat Wirecard mit diesem spannenden Zahlenwerk aufs Neue gezeigt, wie stark und nachhaltig das Wachstum ist. Alleine im vierten Quartal blieb so beispielsweise das Ergebniswachstum bei rasanten 37 % – es scheint daher insgesamt so, als würde der innovative Zahlungsdienstleister wenig von seinem bisherigen Esprit verlieren.

Die Reaktion der Marktteilnehmer auf die nun verkündeten Zahlen sollte man indes nicht überbewerten. Es scheint, als wären einige Marktteilnehmer nach dem bisherigen Kursplus von rund 23 % im bisherigen Jahresverlauf etwas gierig geworden und hätten in der Folge mit einer erneuten Prognosesteigerung für das laufende Börsenjahr gerechnet. Oder aber mit einem noch steileren Anstieg der bisherigen Ergebnisse und Umsätze. Zumindest könnten das ein paar plausible Erklärungsversuche für die nun gemischt ausgefallene Reaktion auf das eigentlich sehr solide Zahlenwerk sein.

Langfristig scheint Wirecard jedoch auf einem hervorragenden Weg, um seine ambitionierte Prognose bis zum Börsenjahr 2025 zu erreichen. Sofern sich das Wachstum in den kommenden Jahren jedenfalls auf einem ähnlichen Niveau abspielt, scheint es derzeit kaum Gründe zu geben, weshalb Anleger sich hier sorgen sollten.

Was das für alle Investoren heißt

Unterm Strich sollten Investoren sich daher über das weiterhin rasante Wachstum und die guten Ergebnisse in erster Linie freuen. Mittel- bis langfristig könnte es sich jedoch für alle Foolishen Investoren anbieten, den zahlenbasierten Kennzahlenkreis zu verlassen und auch andere Aspekte in Betracht zu ziehen.

Damit Wirecard sein Wachstum nämlich langfristig auf einem derart hohen Niveau wird halten können, muss das Unternehmen zwingend auch weiterhin in neue und internationale Märkte expandieren. Die derzeit kolportierte Verfünffachung des bisherigen Zahlenwerkes wird schließlich kein Selbstläufer.

Nichtsdestoweniger bin ich insgesamt auch weiterhin davon überzeugt, dass Wirecard hervorragende Chancen hat, seine Investoren bei diesen ambitionierten Zielvorgaben nicht zu enttäuschen. Zumal die aktuellen Zahlen erneut ein starker Indikator sein dürften, wohin hier die Reise langfristig gehen könnte.

Nachtrag: Dieser Beitrag wurde verfasst, bevor am 30.01. der kritische Bericht der Financial Times über Wirecard veröffentlicht worden ist. Wir Fools werden diesbezüglich zu einem späteren Zeitpunkt gesondert eine Einschätzung abgeben.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2019

Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst