Heute ist der große Tag für Wirecard (WKN: 747206 ISIN: DE0007472060). Eigentlich sollte sich heute alles darum drehen, ob die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young dem Aschheimer Zahlungsdienstleister ein uneingeschränktes Testat für die Jahresabschlusszahlen 2019 erteilen wird. Doch das Unternehmen machte an diesem Morgen, vor der Bekanntgabe der Zahlen, mit einer Pressemeldung auf sich aufmerksam.

Wirecard-Statement zur Citizen Labs-Untersuchung

An diesem Morgen gab Wirecard ein Statement zur Untersuchung der „Citizen Labs“ bekannt. In dieser Erklärung schreibt Wirecard „zu keinem Zeitpunkt in direktem oder indirektem Kontakt zu einer Hackergruppe aus Indien“ Kontakt gehabt zu haben. Die von Citizen Labs durchgeführte Studie lege laut Wirecard nicht offen, von wem sie in Auftrag gegeben wurde. Weiterhin hätte einer der Autoren der Untersuchung, Matthew Earl, bereits in einem Report im Jahre 2016 „mit zahlreichen Falschaussagen Aufsehen erregt“.

Zuvor wurde ein Bericht der Research-Einheit Citizen Lab der Universität Toronto bekannt. Der Report handelte über einen großangelegten, weltweiten Hacker-Angriff auf Tausende Menschen und Institutionen weltweit. Laut Citizen Lab seien Lobby Gruppen, Journalisten, Politiker, Hedgefonds und auch andere Unternehmen unter den Zielen gewesen.

Citizen Lab beobachtete in ihren Untersuchungen, dass die von ihnen getaufte Hackergruppe Dark Basin auffallend häufig Kritiker und Gegner des Dax-Konzerns Wirecard attackierte.

Es gebe einen deutlichen roten Faden der Hacker-Angriffe gegen Investoren, die auf einen fallenden Kurs des Dax-Unternehmens wetteten, sowie gegen Reporter, die über den Konzern berichteten.

Die Wirecard-Aktie stürzte am frühen Handelsmorgen um 4,3 Prozent ab und befindet sich aktuell bei 99,52 Euro.