BERLIN (dpa-AFX) - Nach der Entscheidung im jahrelangen Subventionsstreit um Subventionen für Boeing hat die Stiftung Familienunternehmen vor einer Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und der EU gewarnt. Die EU-Kommission müsse nun die Chancen für eine Verhandlungslösung nutzen. "Dass die EU jetzt Vergeltungszölle wegen unerlaubter Boeing-Subventionen verhängen kann, stellt eine Chance für eine angemessene Reaktion und damit eine Beilegung des Handelskonfliktes dar", erklärte Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen am Dienstag in Berlin. "Niemandem ist mit einer weiteren Eskalation des Handelsstreits gedient."

Die Europäische Union und die USA müssten Wege finden, den Handelsstreit baldmöglichst zu beenden. "Die Leidtragenden der US-Strafzölle auf viele Warengruppen sind häufig Familienunternehmen

- dabei haben gerade sie mit der Ursache des Konflikts nichts zu

tun." Nach einer Studie der Stiftung führten bestehende Zusatzzölle der USA bei Familienunternehmen zu deutlichen Umsatzeinbußen im US-Geschäft. Die US-Zölle erfassten der Untersuchung zufolge neben europäischen Flugzeugen vor allem Agrarprodukte, Lebensmittel, Spirituosen, Werkzeuge und Metallerzeugnisse.

Die WTO hatte der EU wegen verbotener US-Subventionen für Boeing die Verhängung von Strafzöllen im Umfang von knapp vier Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) im Jahr genehmigt. In einem ähnlich gelagerten Fall hatten Schlichter den USA wegen unerlaubter Subventionen für Airbus bereits Strafzölle auf Produkte aus der EU im Umfang von 7,5 Milliarden Dollar genehmigt./hoe/DP/he