BERLIN (dpa-AFX) - Die Spitzenkandidatin der Linken und Co-Parteichefin Janine Wissler sieht keinen Zusammenhang zwischen den Umfragewerten ihrer Partei und der Frage, ob sich die Linke für eine geschlechtersensible Sprache einsetzt. In den Umfragen sei viel Luft nach oben, sagte Wissler am Sonntag im ZDF-"Sommerinterview". "Ich glaube nicht, dass es am Gendern liegt." Die Linke lag in den Umfragen zuletzt bei sieben oder acht Prozent. Wissler und ihr Co-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch hatten als Ziel für die Bundestagswahl ein zweistelliges Ergebnis ausgegeben.

Wissler sagte, man könne beides machen: soziale Ungerechtigkeiten deutlich machen, aber natürlich gehe es auch um eine sensible Sprache. "Aber es ist doch klar, dass man alleine über Sprache nicht Gesellschaft verändert, sondern wir müssen die zugrundeliegenden Probleme ändern." Hintergrund ist eine Debatte, die von der ehemaligen Fraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht, mit ihrem aktuellen Bestseller "Die Selbstgerechten" angestoßen wurde. In dem Buch wirft sie linken Parteien vor, mit Gender-, Klima- und Bio-Essen-Debatten ihre Kern-Wähler zu verprellen./jr/DP/he