Die Steinhoff-Aktie steht mit knapp 20 Cent so hoch wie seit über drei Jahren nicht mehr. Anleger hoffen, dass der seit 2017 in einem Bilanz-Skandal verwickelte Konzern noch eine Zukunft hat. Eine Entscheidung naht.

Der hoch verschuldete und existenzgefährdete Möbelkonzern Steinhoff steht am 3. und 6. September seinen Gläubigern gegenüber. Zur Abstimmung steht ein 1,426 Milliarden schweres Vergleichspaket. Da Steinhoffs Töchter wie Pepco oder Pepkor kräftig wachsen und operativ profitabel arbeiten, gehen einige Aktionäre von einem Comeback der Holländer aus – vorausgesetzt die Gläubiger stimmen dem Angebot zu. In den vergangenen vier Wochen ist die Aktie um 100 Prozent auf circa 20 Cent gestiegen.

Doch nicht alle stehen einem Turnaround optimistisch gegenüber. Ob der ehemalige Inhaber von Tekki Town zustimmt, ist fraglich. Kurz vor Bekanntwerden des Skandals im Jahr 2017 und den damit einhergehenden Kurseinbruch wurde der Großteil der Schuh-Kette gegen Steinhoff-Aktien eingetauscht.

So schätzen unsere w:o User die Chancen im Steinhoff-Forum ein:

Kampfkater1969: „Es ist die Hoffnung auf eine Steinhoff 4.0 reloaded. Gute Perspektiven, wenn die Überlegungen der hier bereits seit Monaten Investierten eintreffen könnten. Chancen sind sehr gut, das Risiko aber auch (noch). Noch wenige Tage, bis mehr Klarheit herrscht.“

Kursgott: „Also im Grunde ganz einfach! Kommt eine Einigung, sind hier mindestens 200 Prozent drin. Kommt sie nicht, wird man es wohl schaffen bis zehn Cent rauszukommen. Und das in drei Tagen. Die großen Umsätze lassen darauf schließen. Und sag mir keiner, dass wir nicht angekündigt haben, dass prozentual zweistellige Gewinne eingefahren werden. Die nächsten zwei Tage können noch andere Regionen erreicht werden.“

questionmark: „ich tippe von deinen 200 Prozent sind schon mindestens die Hälfte davon eingepreist von den Fear of Missing Out Zockern. Ich glaube, wenn das so weiter steigt bis zu den Terminen, dann gibt es bei positivem Ausgang eher einen sell on good news, bei negativem ein derartiges Schlachtfest, dass man nur schwer rauskommt.“

Swyn: „Ich habe nachgekauft. Leider wurde es erst bei 0,192 Euro ausgeführt. Jetzt steckt da richtig Kohle drin. Steinhoff ist jetzt mit Abstand meine größte Position. Ich hoffe nur, dass es alles aufgeht. Bei dem aktuellen von mir investierten Volumen merke ich doch, dass ich etwas nervös werde. Könnte aber natürlich sein, dass Steinhoff skeptisch dem Global Settlement gegenübersteht und versucht, noch mehr Cash für einen höheren Vergleich zu generieren. Was soll Steinhoff denn sonst mit dem Cash machen? Alles was in der Kasse ist, werden die Gläubiger fordern.“

Ines43: „Wenn es Steinhoff nicht gelingt, die Zinsen drastisch zu drücken, ist Steinhoff dem Untergang geweiht. Das weiß jeder, der sich mit Steinhoff beschäftigt hat. Aber warum sind die Zinsen im Moment so hoch? Antwort: Weil bei Steinhoff noch Klagen in Höhe von rund acht Milliarden Euro die Zukunft verdunkeln. Wenn das Global Settlement erreicht ist, kann Steinhoff sich um billigere Kredite kümmern. Und dann, falls man sich erfolgreich um billigere Kredite bemüht hat, sieht Steinhoff Land.“

Zulios: „Die Zinsen sind so hoch, weil damit das Risikokapital der Hedgefonds besichert wurde/wird. Da sie weiter im Boot sitzen, wird man mit ihnen bereits die neuen Zinskonditionen verhandelt haben. Heute Tekkie! Und dann darf es endlich zum Showdown kommen. Wird Zeit das bei Steinhoff die Normalität zurückkehrt, sprich: die Klagen verschwinden.“

Valueandi: „Ich habe meinen Bestand um 90 Prozent reduziert. Grund ist die Tekkie Town Verhandlung in Südafrika, wo die Insolvenz beantragt wurde. Richter sind oft nicht berechenbar. Weiterhin sind die Zusagen am 3. Und 6. September nicht sicher. Ich meine, die Wahrscheinlichkeit ist zwar hoch das alles funktioniert, aber was ist, wenn es nicht funktioniert? Murphys Gesetz: Wenn was schief gehen kann, wird es schief gehen.“

Bis zum nächsten Börsengeflüster!

Autor: Nicolas Ebert, wallstreet:online Zentralredaktion

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