BERLIN (dpa-AFX) - Die weiter hohe Nachfrage nach Wohnmobilen hat der Caravan-Branche im ersten Halbjahr ein Rekordergebnis beschert. Bei Wohnwagen hingegen ging die Zahl der Neuzulassungen wegen Lieferketten-Problemen zurück. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Deutschland fast 62 600 Reisemobile und Wohnanhänger neu zugelassen, wie der Caravaning Industrie Verband (CIVD) am Mittwoch mitteilte. Das sind fast 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Bei einem Großteil der neu zugelassenen Fahrzeuge handelte es sich demnach um Reisemobile, die über einen eigenen Antrieb verfügen. Sie waren der alleinige Treiber des Wachstums: Die Zahl ihrer Neuzulassungen stieg um mehr als 22 Prozent auf rund 48 500 im ersten Halbjahr.

Schwieriger gestaltete sich laut Verband der Markt für sogenannte Caravans, also Wohnanhänger, die an ein Auto gehängt werden müssen. Hier ging die Zahl der Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf rund 14 000 zurück. "Die Pandemie wirkt sich weltweit immer noch stark auf die Verfügbarkeit von Komponenten und Rohstoffen aus", teilte CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso, mit. "Bei den Herstellern stehen viele Fahrzeuge, die praktisch fertig produziert sind, aber nicht ausgeliefert werden können, weil ein bestimmtes Teil fehlt."

Insgesamt habe die Pandemie die Rahmenbedingungen für die Branche auch im ersten Halbjahr deutlich erschwert. "Durch die Rückerhöhung der Mehrwertsteuer hatten viele Kunden ihre Fahrzeugkäufe ins alte Jahr vorgezogen", erklärte Onggowinarso. "Zudem hat das lange sehr hohe Infektionsgeschehen und die Corona-Maßnahmen Verkauf und Vertrieb stark eingeschränkt."

Der Verband lädt ab Ende August erneut zur Besuchermesse Caravan Salon in Düsseldorf ein (28. August bis 5. September). Erwartet werden rund 590 Aussteller./maa/DP/stw