Bereits seit geraumer Zeit wirkten die Ölpreise angeschlagen und taumelnden vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Corona-Virus-Epidemie und den daraus resultierenden Nachfrageängsten von einem Tief zum nächsten.

Der Markt klammerte sich jedoch an die Hoffnung, dass sich die OPEC-Staaten und die mit ihnen verbündeten Produzenten (in Summe das sogenannte OPEC+ Format) auf eine preisstabilisierende Förderpolitik (also auf Förderkürzungen) einigen würden. Doch  das Treffen in der vergangenen Woche brachte nicht den erwarteten bzw. erhofften Erfolg. Russland (kein OPEC-Mitglied) stellte sich quer und wollte weitreichende Förderbegrenzungen nicht mittragen. Die aktuell noch geltenden Maßnahmen laufen somit Ende März aus. Damit jedoch nicht genug. Saudi-Arabien scheint aktuell offenkundig sogar dazu bereit zu sein, die eigene Produktion ab April wieder hochfahren zu wollen. Damit treten die Spannungen innerhalb des OPEC+ Formats offen zu Tage und könnten nun in einem Preiskrieg münden. Die Dauer wäre freilich noch offen. Wochen? Monate?

Die neuen Entwicklungen treffen auf einen bereits verunsicherten Markt. Die Ölpreise litten zuletzt unter den Auswirkungen der Corona-Virus-Epidemie. Die Nachfrageerwartungen wurden infolge der wirtschaftlichen Folgen zuletzt immer pessimistischer. Der nun drohende Preiskrieg könnte zudem als Katalysator wirken bzw. zeigt die Aussicht auf einen solchen bereits jetzt Wirkung, denn zu Wochenbeginn sackten die Ölpreis massiv ab.

WTI Ölpreis Chart

Auch wenn die Relevanz der aktuellen EIA-Daten etwas eingeschränkt ist, möchten wir sie dennoch an dieser Stelle thematisieren. Die  Energy Information Administration (EIA) gab für die Woche zum 28.02. einen Aufbau der US-Rohöllagerbestände um 0,8 Mio. Barrel auf 444,1 Mio. Barrel bekannt. Damit liegen die Bestände um knapp 4 Prozent unter dem wichtigen 5-Jahres-Durchschnittswert. Bei der US-Rohölproduktion ist weiterhin keine Entspannung auszumachen. Mit den für den Berichtszeitraum vermeldeten 13,1 Mio. bpd (barrels per day) wurde ein neuer 52-Wochen-Rekord vermeldet.

In der aktuellen, von großer Unsicherheit geprägten Situation treten charttechnische Aspekte etwas in den Hintergrund, dennoch lohnt es sich, einen Blick auf den Langfrist-Chart zu riskieren. Der von großer Vehemenz geprägte Abverkauf hat WTI Oil (WKN: 792451 ISIN: XC0007924514) zu Wochenbeginn bedenklich an den Bereich des markanten 2016er Tiefs gebracht. Anfang 2016 markierte WTI Oil im Bereich von 30 / 28 US-Dollar ein Tief. Mit Blick auf die immense Bewegungsdynamik steht zu befürchten, dass dieses unterschritten wird. Sollte dieser Fall tatsächlich eintreten, ist eine Neubewertung der Lage notwendig.

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