Die gute Nachricht lautet aus charttechnischer Sicht, dass WTI Oil weiterhin oberhalb seiner zentralen Unterstützung (Bereich von 50,0 / 51,5 US-Dollar) notiert. Die weniger gute Nachricht lautet allerdings, dass WTI Oil bislang nicht in der Lage ist, auf der Oberseite Durchschlagskraft zu entwickeln. Über die fundamentalen Belastungsfaktoren kommen wir im weiteren Verlauf noch zu sprechen. Bleiben wir gleich bei der Charttechnik.

Nachdem WTI Oil Mitte September spekulationsgetrieben ein markantes Zwischenhoch im Bereich von 63,0 US-Dollar ausbildete, fiel dieser Aufwärtsimpuls rasch in sich zusammen und es kreierte sich daraufhin veritables Abwärtsmomentum. Nach einer Reihe charttechnischer Verkaufssignale (u.a. bärisches Kreuzen der 200-Tage-Linie) kam die Korrekturbewegung erst im Bereich der bereits benannten Zone 51,5 bis 50,0 US-Dollar zum Stehen. Seitdem ist eine Seitwärtsbewegung zu beobachten. Der Widerstand um 55,0 US-Dollar deckelte zuletzt das Handelsgeschehen auf der Oberseite. Auf der Unterseite konnte sich WTI Oil zuletzt immerhin oberhalb von 52,5 US-Dollar halten. Die unentschlossene Seitwärtsbewegung könnte einen baldigen Aufwärtsimpuls ankündigen. Die Bewegungsrichtung selbst liegt im Dunkeln. Insofern gilt es, die Begrenzungen bei 55,0 US-Dollar auf der Oberseite sowie 51,5 bis 50,0 US-Dollar auf der Unterseite im Auge zu behalten.

WTI Oil ist aktuell mit einer Reihe fundamentaler Belastungsfaktoren konfrontiert, sodass Sorgen in Bezug auf die globale Ölnachfrage das Handelsgeschehen dominieren. Da passt es ins Bild, dass der Internationale Währungsfonds (IWF)  kürzlich seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft in 2019 auf 3,0 Prozen reduzierte (nach zuvor noch 3,2 Prozent) und das unter anderem mit Handelsbarrieren begründete. Eine Reihe schwacher US-Daten (u.a. lagen die aktuellen Daten zu den Einzelhandelsumsätzen und zur Industrieproduktion deutlich unterhalb der Markterwartungen) trug auch nicht gerade zur Aufhellung der Stimmung bei.

Die erst gestern (Donnerstag, 17.10.) veröffentlichten aktuellen Daten der Energy Information Administration (EIA) für die Woche zum 11.10. kreierten ebenfalls keine Kaufstimmung; ganz im Gegenteil. Die US-Rohöllagerbestände stiegen im Berichtszeitraum um satte 9,3 Mio. Barrel auf 434,9 Mio. Barrel an. Damit setzte sich der Trend zum Bestandsaufbau weiter fort. Mittlerweile liegen die US-Rohöllagerbestände wieder etwa 2 Prozent oberhalb des relevanten 5-Jahres-Durchschnitts. Die US-Rohölproduktion lag in der Woche zum 11.10. bei 12,6 Mio. bpd und damit weiterhin auf Jahreshoch...

Kurzum: Aktuell scheint das Aufwärtspotential bei WTI Oil mit Blick auf die vorherrschende Gemengelage begrenzt zu sein. Nichtsdestotrotz könnte ein Ausbruch über die 55,0 US-Dollar für frischen charttechnischen Wind sorgen. Das Hauptaugenmerk sollte allerdings eher auf der Unterseite liegen. Sollte es zum Bruch der 50,0 US-Dollar kommen, muss die Lage neu bewertet werden.

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