Für Inhaber der Zalando-Aktie (WKN: ZAL111) war es bisher kein einfaches Jahr. Zumindest dann, wenn man die Entwicklung des Aktienkurses nach der Veröffentlichung der bisherigen Quartalszahlen betrachtet. Blickt man auf den Aktienkurs von Zalando innerhalb des letzten Jahres, stellt man fest, dass der Kurs abermals eingebrochen ist.

Besonders nervenaufreibend, wenn man bedenkt, dass die Zalando-Aktie die psychologisch wichtige Kursmarke der 100 Euro bereits geknackt hatte. Als Aktionär darf man sich daher durchaus die Frage stellen: Warum fällt die Aktie von Zalando so oft? Sind die besten Tage des Online-Modehändlers schon gezählt? Werfen wir in diesem Zusammenhang einen Blick auf die jüngsten Quartalszahlen des E-Commerce-Players.

Zalando-Aktie: Die 9-Monats-Zahlen im Überblick

Nachfolgend betrachten wir das Zahlenwerk der abgelaufenen neun Monate des aktuellen Geschäftsjahres. Meiner Meinung nach wächst Zalando nach wie vor ansehnlich und das, obwohl der Vergleichszeitraum schwierig ist. Im letzten Jahr hatte der Onlinemodehändler überproportional von den geltenden Corona-Einschränkungen profitiert.

  • Insgesamt verzeichnete Zalando im Betrachtungszeitraum 5,1 Mrd. Seitenaufrufe (plus 37,76 %). Im letzten Jahr waren es 3,7 Mrd.
  • Die Anzahl der aktiven Kunden erhöhte sich von 35,6 auf 46,3 Mio., während die Anzahl der Bestellungen deutlich von 127,5 auf 177,3 Mio. anstieg.
  • Beim Umsatz erzielte Zalando einen Wert in Höhe von etwa 7,3 Mrd. Euro, im Vergleich zu circa 5,4 Mrd. Euro im Vorjahr (plus 34,12 %).
  • Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) fiel mit 260,4 Mio. Euro (Vorjahr: 190,4 Mio. Euro) deutlich positiv aus und entspricht einen Zuwachs in Höhe von 36,76 %.
  • Der verwässerte Gewinn je Aktie fiel mit 0,55 Euro positiv aus (Vorjahr: 0,36 Euro).

Wie üblich lieferte das Onlinemodeunternehmen ein zufriedenstellendes Zahlenwerk ab. Außerdem entwickelten sich wichtige Leistungsindikatoren ebenfalls gut. Die Anzahl der durchschnittlichen Bestellungen pro aktivem Kunden stieg von 4,8 auf 5,1. Darüber hinaus lag die durchschnittliche Warenkorbgröße mit 57,5 Euro etwas höher als mit 57,2 Euro im Vergleichszeitraum.

Warum fällt die Zalando-Aktie, anstatt zu steigen?

Ausschlaggebend für den negativen Verlauf der Zalando-Aktie nach den jüngsten Quartalszahlen ist die Entwicklung der Profitabilität. In den abgelaufenen drei Monaten verschlechterte sich das EBIT von 105,1 Mio. Euro im Vorjahr auf minus 4,6 Mio. Euro. Auch das verwässerte Ergebnis je Aktie lag mit minus 0,03 Euro im negativen Bereich (Vorjahr: 0,22 Euro).

Es gibt jedoch Gründe für die schwächelnde Profitabilität. Zalando setzt auf Expansion und hatte im dritten Quartal beispielsweise höhere Umsatz- und Marketingkosten. Außerdem wurden mehr Rabatte als im Vergleichszeitraum gewährt, was sich ebenfalls negativ auf die Profitabilität auswirkte.

Langfristig dabeibleiben

Oft betrachten Marktteilnehmer nur kurzfristige Zeiträume, zum Beispiel einzelne Quartale. Hinsichtlich der Profitabilität war es kein gutes Quartal, das stimmt. Man muss jedoch dazu anmerken, dass Zalando in weiteres Wachstum investiert, und genau das möchte ich als langfristig denkender Investor sehen. Abgesehen davon ist die Profitabilität bei Betrachtung des 9-Monats-Zeitraums vorhanden und konnte auch im Vergleich zum Vorjahr verbessert werden.

Insgesamt bin ich daher zufrieden mit dem aktuellen Zahlenwerk und bin nach wie vor froh, die Zalando-Aktie selbst zu halten. Für Investoren, die gerne eine Position eröffnen möchten, könnte der Kurs nun möglicherweise interessant sein.

Der Artikel Zalando wächst weiter – Aktie notiert tiefer ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Caio Reimertshofer besitzt Aktien von Zalando. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Zalando.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Caio Reimertshofer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst (CMFDegcre)

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