Ernüchternde Umsatzzahlen und gekürzte Prognosen ließen die Aktie des finnischen Netzwerkausrüsters Nokia am heutigen Donnerstag mehr als 16 Prozent einbrechen. Damit erreichen die Nokia-Wertpapiere das tiefste Niveau seit Anfang April diesen Jahres.

Nokia kürzt Jahresprognose 

Nokia streicht die zwischenzeitlich angehobenen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr wieder zusammen. Nokia-Chef Pekka Lundmark teilte mit, dass der bereinigte Gewinn je Aktie 2020 statt im Mittel 0,25 Euro lediglich 0,23 Euro erreichen werde. Darüber hinaus senkte Lundmark das Ziel für die bereinigte operative Marge erneut von 9,5 auf 9 Prozent. Mit Blick auf das kommende Jahr soll die Marge eine Spanne zwischen 7 und 10 Prozent erreichen. Der Mittelwert von 8,5 Prozent läge unter dem Margenziel für 2019.

Trotz rückläufiger Erlöse verzeichnete Nokia eine Gewinnsteigerung im dritten Quartal. Insgesamt stand ein Überschuss von 197 Millionen Euro, das bedeutet eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr. Auch im Jahr 2020 blieb mehr bei Nokia hängen: Trotz um 7 Prozent gesunkener Nettoerlöse auf 5,3 Milliarden Euro, stieg der operative Gewinn um 2 Prozent auf 486 Millionen Euro. Allerdings hatten Analysten im Schnitt mit etwas mehr gerechnet.

Wie soll es weiter gehen?

Zwar gilt Nokia als potentieller Profiteur des neuen Mobilfunkstandards, aber die Zahlen des Netzwerkausrüsters widerlegen dies. Konkurrenten wie Huawei oder Ericcson scheinen bereits technologisch weiter vorangeschritten zu sein. 

Um in Zukunft besser aufgestellt zu sein, bildet Nokia nun vier Sparten: Mobile Netze, Festnetz, Cloud und Netzwerkdienste sowie Nokia-Technologien. Damit zielt Nokia darauf ab, besser und schneller auf Kundenwünsche und veränderte Marktanforderungen eingehen zu können. Zum Ende des Jahres plant Lundmark weitere Details zu veröffentlichen.

Das sagen Experten

Laut Analyst Sandeep Deshpande von der US-Bank JPMorgan sind die niedrigeren Profitabilitätsziele ein Zeichen dafür, dass das Management von Nokia den Fokus auf die Zukunft richte und in diese investiere. Experte Janardan Menon von Liberum sagte, es dürfte Nokia wegen seines relativ geringen Marktanteils schwer fallen, die Margen im operativen Geschäft zu erhöhen.

/cn