BERLIN (dpa-AFX) - Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sieht keinen Anlass, dass Fahrgäste das Zugfahren in der Corona-Krise generell meiden sollten. "Es gibt keinen Grund zur Panik, wenn sich jeder an die Verhaltensregeln hält", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Das Fahrgastaufkommen ist weit, weit unter dem, was wir zu Spitzenzeiten hatten." Aktuelle Studien zeigten, dass die Züge kein Hotspot seien, genauso wenig wie Flugzeuge.

"Mit den digitalen Helferlein wie Apps können die Verbraucher schon bei der Buchung die Auslastung sehen und überlegen, ob sie doch den nächsten Zug nehmen", sagte Scheuer. "Das ist auch ein Thema der Vernunft. Ich weiß, dass es in der S-Bahn schwieriger ist, weil man morgens zur Arbeit muss oder die S-Bahn braucht, um zu einen Termin zu kommen."

Der Minister hatte sich bereits gegen eine Reservierungspflicht in Zügen ausgesprochen. Dies würde weniger Flexibilität bedeuten. Es drohe zudem die Gefahr, dass Fahrpreise teurer werden könnten und Defizite bei Verkehrsunternehmen ausgeglichen werden müssten, weil die Kapazitäten sinken. Weil die Auslastung der Deutschen Bahn in der Corona-Krise gesunken ist und dies für Löcher in der Bilanz sorgte, hat der Bund bereits Milliardenhilfen beschlossen.

Scheuer kündigte außerdem an, ein Programm für schönere Bahnhöfe werde im kommenden Jahr fortgesetzt. Es solle für 350 bis 380 Bahnhöfe gelten und ein Volumen von rund 120 Millionen Euro haben. Dies habe er mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) vereinbart. "Das sind kleine Maßnahmen, aber mit großer Wirkung, für die man keine langen Planungsvorläufe braucht."

Das Verkehrsministerium hatte bereits angekündigt, in einem ersten Programm sollten mit rund 40 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket knapp 170 Bahnhöfe in ganz Deutschland aufgefrischt werden. Das Geld solle vor allem kleinen Handwerksunternehmen zugute kommen, die mit der Renovierung der Bahnstationen beauftragt werden. Mitte Juni hatte Scheuer von insgesamt 160 Millionen Euro zur Modernisierung und Sanierung von 380 Bahnhöfen gesprochen./hoe/DP/zb