Die Corona-Pandemie wird den Erholungskurs von Zumtobel nur kurz unterbrechen. Die am Donnerstag (25.6.) veröffentlichten Zahlen zum Gj. 2019/20 (per 30.4.) zeigen jedenfalls, dass die zwischenzeitliche Schwäche überwunden ist. Der von Konzernchef Alfred Felder nach dem Abgang des glücklosen Sanierers Ulrich Schumacher eingeleitete Umbau lässt den Leuchtenspezialisten aus Dornbirn jedenfalls gut aufgestellt für die erhoffte konjunkturelle Erholung erscheinen.

Der Umsatz ging im jüngst abgelaufenen Gj. zwar um 2,6% auf 1,13 Mrd. Euro zurück; bis Ende Februar hatten die Erlöse aber noch 1,5% über Vj. gelegen. Erfreulich ist v. a. die Rückkehr in die Gewinnzone: Das EBIT verdoppelte sich von 27,6 Mio. auf 53,9 Mio. Euro und erreichte das höchste Niveau seit 2016/17 (Marge: 4,8 nach 2,4%), unter dem Strich steht nach einem Verlust von 15,2 Mio. jetzt wieder ein Gewinn von 14,5 Mio. Euro.

Positiv werten wir auch die Veränderungen im Aufsichtsrat der Österreicher. Karin Zumtobel-Chammah rückt an die Spitze des Gremiums, nachdem sich ihr Vater und bisheriger AR-Chef Jürt Zumtobel (83) und sein drei Jahre jüngerer Bruder Fritz Zumtobel zurückzogen. Nachrücker sind Georg Pachta-Reyhoven, früherer Manager beim LKW-Hersteller MAN, und der Bamberger Wirtschaftsinformatiker Thorsten Staake. Beide bringen Sachverstand und frischen Wind in das Gremium. Auch die weiteren bilanziellen Kennziffern von Zumtobel machen Mut.

Mit den jetzt vorgelegten Zahlen lag die Eigenkapitalquote bei weiter soliden 28,2% (Vj.: 28,5%), der Verschuldungsgrad ist trotz der Kosten für den Umbau mit dem 3-fachen EBIT akzeptabel. Der freie Barmittelzufluss stieg von 3,8 Mio. auf 53,3 Mio. Euro, obwohl erstmals nach zwei Nullrunden wieder eine Dividende von 0,10 Euro je ATX-Aktie (6,60 Euro; AT0000837307) gezahlt wurde (Rendite: 1,6%). An dem Papier, dessen KGV von 15 im Gj. 2020/21 auf 7 im Folgejahr sinken könnte, gefällt uns ein sehr ausgewogenes Chancen/Risiken-Profil.

Obwohl wir erst im März ausgestoppt wurden, raten wir bei Zumtobel wieder zum Einstieg. Den Stopp platzieren wir mit 4,98 Euro knapp unter das Corona-Tief.