BERLIN (dpa-AFX) - Die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in Sozial- und Erziehungsberufen hat begonnen. Dazu trafen am Montagvormittag die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund dbb mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände VKA in Potsdam zusammen.

Verdi-Chef Frank Werneke erklärte zum Start der zweitägigen Runde, dass die Arbeitgeberseite bislang zwar "freundlich im Ton" gewesen sei, aber "leider in der Sache ablehnend". Immer wenn es um konkrete Verbesserungen für die Beschäftigten gehe, etwa um eine bessere Eingruppierung oder mehr Entlastung im Arbeitsalltag, gebe es "ein klares Nein", sagte Werneke.

Der Beamtenbund dbb warnte vor neuen Warnstreiks. "Falls wieder keine handfesten Fortschritte erzielt werden, stehen uns schwere Wochen mit einem für alle Beteiligten mühsamen Arbeitskampf bevor", sagte dbb-Chef Ulrich Silberbach der Deutschen Presse-Agentur.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) verteidigte ihre Positionen. Es könne "keine Verbesserungen mit der Gießkanne im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst geben", erklärte Karin Welge, VKA-Präsidentin und -Verhandlungsführerin. Bereits jetzt verdiene eine Kita-Erzieherin "proportional mehr als viele andere Beschäftigte in einem Ausbildungsberuf".

Die Gewerkschaften fordern für die rund 330 000 Beschäftigten in Sozial- und Erziehungsberufen neben einer besseren Bezahlung auch attraktivere Arbeitsbedingungen - beispielsweise mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung von Erziehungsarbeit. Die Tarifpartner hatten die Verhandlungen im Februar dieses Jahres nach knapp zweijähriger Pandemiepause wieder aufgenommen. Anfang März gingen Tausende Erzieherinnen und Erzieher und andere Beschäftigte sozialer Berufe bundesweit auf die Straße gegangen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen./faa/DP/mis