BERLIN (dpa-AFX) - Im Fall des vergifteten Kremlkritikers Alexej Nawalny ist in Deutschland ein zweites Rechtshilfeersuchen aus Russland eingetroffen. Dieses werde zunächst auf Ebene der Bundesregierung geprüft, sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Mittwoch. Nach früheren Berichten will Russland eigene Ermittler zu möglichen Befragungen des Oppositionellen entsenden, der in der Berliner Charité liegt und dort behandelt wird.

Aus Nawalnys Umfeld war eine Beteiligung russischer Ermittler an Befragungen zuvor bereits ausgeschlossen worden. Erneut forderte die Bundesregierung Moskau auf, die Vergiftung Nawalnys mit einem verbotenen Chemiekampfstoff zu erklären "und zwar umgehend", wie es die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte.

Nawalny war am 20. August bei einem Inlandsflug in Russland bewusstlos geworden, seit dem 22. August wird er in der Charité behandelt. Er wurde nach Angaben von Speziallaboren mit einem Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Er lag wochenlang in einem künstlichen Koma. Mittlerweile geht es ihm schon etwas besser. Russland behauptet, nicht in den Fall verwickelt zu sein, und fordert Beweise für eine Vergiftung./cn/DP/nas