Pia Marten ist eine der jüngsten CEOs eines börsennotierten Unternehmens. Ihre Mission: Patienten in ganz Europa mit medizinischem Cannabis zu versorgen. Im w:o-Interview spricht sie über ihr Start-up Cannovum.

wallstreet:online: Die Diskussion um medizinisches Cannabis wird schon seit Jahrzehnten geführt. Häufig geht es dabei um das große Potenzial für spezialisierte Unternehmen und mutige Start-ups. Wo steht die Branche denn heute? Noch in den Startlöchern oder ist sie längst im pharmazeutischen Mainstream angekommen?

Pia Marten: Wir wollen mit medizinischem Cannabis die Patienten in Deutschland und ganz Europa besser versorgen. Dafür wurden erst 2017 die Weichen gestellt, als Medizinalcannabis in Deutschland legalisiert wurde. Seitdem kann medizinisches Cannabis vom Arzt verordnet und auch von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden, vor allem für chronische Schmerzpatienten.

Wenn ich mit den Pionieren der Cannabistherapie, den verschreibenden Ärzten, spreche oder mit Patienten, die von der Therapie profitieren, wird immer wieder deutlich, dass Cannabis in Zukunft eine noch viel größere Rolle in der Medizin einnehmen wird.
Europa wird der größte Cannabismarkt der Welt, größer als die USA und Kanada zusammen. Ich habe 2019 die Cannovum gegründet und im Mai einen riesengroßen Meilenstein erreicht: Wir sind das erste deutsche Medizinalcannabis-Unternehmen, das an der Börse gelistet ist. Deutschland ist ein absoluter Schlüsselmarkt Europas und wir stehen gerade erst am Anfang der Cannabis-Revolution.


wallstreet:online: Als Importeur und Großhändler von medizinischem Cannabis bewegen Sie sich in einem sehr stark regulierten Markt. Ist das gegenüber Investoren und Anlegern ein Vorteil oder ein Nachteil?

Pia Marten: Es ist erst einmal wichtig, sich vor Augen zu führen, dass der Markt aus gutem Grund so streng reguliert wird: Für die Sicherheit der Patienten.

Ich habe das Pharmaunternehmen Cannovum aufgebaut, um schwer kranke Menschen mit cannabis-basierten Medikamenten zu versorgen. Medizinisches Cannabis wird als Betäubungsmittel eingestuft. Für unseren Unternehmensaufbau war es daher erstmal die größte Aufgabe, alle nötigen Lizenzen für den Markteintritt zu erhalten. Das haben wir 2020 erreicht.

Ich sehe die Regularien als Markteintrittsbarrieren und Wettbewerbsvorteil. Mein Mitgründer Marius Koose hat lange in der Pharmabranche gearbeitet und wir haben von Anfang an das Ziel gehabt regulatorische Expertise als eine unserer Kernkompetenzen zu betrachten und entsprechend Inhouse aufgebaut.


wallstreet:online: Welchen Vorurteilen und Vorbehalten begegnen Sie am häufigsten, wenn Sie jemandem die Cannovum AG vorstellen?

Pia Marten: Cannabis wird in Deutschland noch stark stigmatisiert. Das Bewusstsein für das medizinische Potenzial setzt sich erst langsam wieder durch. Ich sage hier bewusst wieder, da Cannabis als Arzneimittel eine jahrtausendealte Tradition hat und bereits vor 4000 Jahren medizinisch genutzt wurde.

Eine Folge der langen weltweiten Prohibition ist leider, dass Cannabis oft als Droge verschrien und der medizinische Nutzen in Frage gestellt wird. Auch aus meinem persönlichen Umfeld sind mir Vorbehalte bekannt. Fragen wie “ist das denn legal?” oder “verkaufst du jetzt Drogen?” sind da keine Seltenheit. Diese Erstreaktionen zeigen ganz deutlich, dass das Bewusstsein für die medizinische Seite von Cannabis fehlt und noch viel Aufklärung und Enttabuisierung in der Gesellschaft notwendig sind.


wallstreet:online: In den Medien taucht Cannabis meistens nur auf, wenn es um das Thema Legalisierung geht. Glauben Sie, dass es in absehbarer Zeit auch in Deutschland so weit sein könnte?

Pia Marten: Unser Fokus liegt ganz auf dem Patientenwohl und dem Ausschöpfen des medizinischen Potenzials der Pflanze. Die Frage nach einer Legalisierung und dem Umgang mit Cannabis ist natürlich gerade jetzt im Wahljahr eine sehr spannende.

Die Mehrheit der Parteien scheint für eine Liberalisierung zu sein. Ich sehe das als große Chance, denn es würde bedeuten, dass die Enttabuisierung vorangeschritten ist. Das würde dem medizinischen Einsatz der Cannabistherapie einen Anschub geben und damit auch den Patienten zugute kommen.

Darüber hinaus wäre auf einen Schlag der größte Cannabismarkt der Welt geschaffen. Ich gehe davon aus, dass eine Legalisierung für den Freizeitkonsum auch streng reguliert werden würde, um eine Abgabe an ausschließlich Erwachsene und einen guten Jugendschutz zu gewährleisten. Die Qualitätsansprüche könnten weiterhin pharmazeutisch bleiben, Cannabis könnte beispielsweise apothekenpflichtig aber rezeptfrei werden.

Ich verfolge die politische Situation sehr genau und bin gespannt, was sich verändert und ob eine regulierte Legalisierung kommen wird.


wallstreet:online: Sie sind eine der jüngsten CEOs eines börsennotierten Unternehmens. Bevor Sie Cannovum gründeten, haben Sie einige Jahre im Bereich der Erneuerbaren Energien gearbeitet. Was hat Sie dazu bewogen, selbst zu gründen?

Pia Marten: Ich wollte immer etwas sinnstiftendes mit einem Mehrwert für die Gesellschaft machen und habe endlich gefunden, was das ist: Ich möchte Patienten in Deutschland und Europa mit medizinischem Cannabis versorgen.

In meiner Studienzeit in Maastricht habe ich eine neue Perspektive auf Cannabis gewonnen und war fasziniert von dem Potenzial der Pflanze und der gesellschaftlichen positiven Einstellung. Als 2017 hier in Deutschland dann die Zulassung für medizinisches Cannabis kam, habe ich mich intensiv mit dem medizinischen Nutzen von cannabis-basierten Therapien auseinandergesetzt.

Die Erfahrungsberichte von Patienten und Ärzten haben mich sehr berührt und mir den Antrieb gegeben, diesen Sektor mitzugestalten. Zusammen mit einigen vermögenden Privatinvestoren aus meinem persönlichen Umfeld habe ich 2019 die Cannovum ins Leben gerufen.

Ich sehe die Bereiche Erneuerbare Energien und Cannabis eng verknüpft, beide zeichnen sich durch eine starke Zukunftsorientierung und Innovationsmöglichkeiten aus. Meine Expertise über Nachhaltigkeit bringe ich mit in den Cannabissektor in die Entwicklung unserer Eigenmarke.


wallstreet:online: Haben Sie ein unternehmerisches Vorbild?

Pia Marten: Ich wurde während meiner beruflichen Laufbahn von mehreren Kollegen und Führungspersonen begleitet und geprägt. Das gilt auch für mein privates Umfeld. Mein Vater war sein ganzes Leben immer unternehmerisch tätig und mein Freundeskreis besteht auch aus vielen Unternehmern. Permanent mit Menschen im Gespräch zu sein, die einen ausgeprägten unternehmerischen Sinn und Blick auf die Märkte und die Gesellschaft haben, hat mich stark geprägt und mich dazu motiviert, meinen eigenen Weg zu gehen und Cannovum aufzubauen.


wallstreet:online: Wo möchten Sie mit Cannovum in fünf Jahren stehen?

Pia Marten: Ich möchte ein operativ erfolgreiches Unternehmen aufbauen, Patienten mit nachhaltigem medizinischen Cannabis versorgen, Ärzte und Apotheker durch ein umfangreiches Fortbildungsangebot unterstützen und qualitativ hochwertige Eigenmarken entwickeln.

Ich möchte das volle medizinische Potenzial von Cannabis ausschöpfen. Jeder Patient verdient die beste Therapie und ich möchte jedem Patienten, dem eine cannabis-basierte Therapie helfen kann, den Zugang zu dieser ermöglichen. Dazu gehört auch, die Stigmatisierung von Cannabis als Medizin abzubauen und ein breiteres Verständnis für Therapiemöglichkeiten zu schaffen.

Wir gehen gerade einen Weg, den bisher noch keiner gegangen ist: Wir werden für nachhaltig angebautes, sonnenlicht-gereiftes und pestizidfreies Medizinalcannabis stehen.

wallstreet:online: Frau Marten, herzlichen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion 

 

 

Anleger, die am Wachstumsmarkt Cannabis interessiert sind, bieten sich neben dem Kauf von Einzelwerten auch spezialisierte Publikumsfonds wie der GF Global Cannabis Opportunity Fund an. 

Kurzprofil des Fonds:

Name

GF Global Cannabis Opportunity Fund

Fondstyp

Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW/UCITS) /

(als UCITS-Zielfonds geeignet)
ISIN

LI0507461338

WKN A2P2FA
Ticker Bloomberg CANABIS LE
Ticker Deutschland  
Ausgabeaufschlag Max. 5% (100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag durch smartbroker.de)
Erfolgsverwendung Thesaurierend
Managementvergütung 1,30% p.a.
Performance-Fee 15%, Hurdle-Rate 6% und High Watermark
Asset Manager des OGAW First Capital Management Group GmbH
Verwahrstelle Lichtensteinische Landesbank AG
Verwaltungsgesellschaft IFM Independent Fund Management AG
Informationsstelle für Anleger in Deutschland Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG
Kaiserstrasse 24, D-60311 Frankfurt am Main

 

Hintergrundinformationen zum Fonds:

Das Expertenteam des GF Global Cannabis Opportunity Fund (WKN: A2P2FA) analysiert die Trends im Cannabis- und Psychedelika-Sektor und allokiert in die attraktivsten Unternehmen der beiden Anlage-Megatrends. Das Titelselektionsverfahren umfasst u.a. eine tiefgehende Analyse der Bilanz und der charttechnischen Situation jeder Aktie mit klar definierten Ein- und Ausstiegsmarken. Ein schnelles Reagieren auf Firmen- und Branchen-News ist in diesem noch recht jungen Sektor für den nachhaltigen Anlageerfolg unabdingbar.

Weitere Informationen zum Fonds gibt es auch auf der Webseite von IFM Independent Fund Management AG.

Risikohinweis / Interessenkonflikt:

Die wallstreet:online capital AG, welche den Fonds vertreibt, sowie deren Hauptaktionärin, die wallstreet:online AG besitzen Namensaktien an der Emittentin GF Global Fund SICAV.

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