BADEN-BADEN (dpa-AFX) - Der wegen seiner Bilanzierung in der Kritik stehende Leasingspezialist Grenke sieht sich durch erste Zwischenergebnisse der BaFin-Sonderprüfung zumindest in Teilen entlastet. Die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mandatierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Mazars habe den Vorwurf der Geldwäsche nicht bestätigt, teilte das Unternehmen in der Nacht zu Freitag in Baden-Baden mit.

Zudem gebe es keinen Grund an dem rechtlichen Bestand und wirtschaftlichen Gehalt der Leasingverträge mit ausstehenden Forderungen in Höhe von rund 5,6 Milliarden Euro zu zweifeln, teilte Grenke weiter mit. Auch beim Blick auf die Kritik an den Bewertungen von den erworbenen Franchiseunternehmen in der Bilanz sieht sich Grenke entlastet. Es zeichne sich kein "systematischer Bedarf für Goodwill-Abschreibungen" ab, hieß es weiter. Die Wertansätze seien trotz methodischer Defizite vertretbar.

Allerdings gebe es unter anderem einen wesentlichen Kritikpunkt von Mazars. Die BaFin-Sonderprüfer bemängeln, dass die Franchiseunternehmen nicht voll konsolidiert wurden. Dies solle nun für 2020 geschehen, wie Grenke weiter mitteilte. Mazars habe zudem auch Prozesse in der Grenke Bank und in der Compliance-Organisation beanstandet.

Grenke ist im vergangenen Jahr mit seinem Geschäftsmodell und der Behandlung von Franchise-Gesellschaften ins Kreuzfeuer von Leerverkäufern am Aktienmarkt gekommen. Diese warfen dem Unternehmen Manipulation vor. Seitdem versucht die Grenke unter anderem mit eigenen Sonderprüfungen wie von KPMG oder von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton (WKGT) die Vorwürfe zu entkräften./stk/zb