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Diversifikation: Wie viele Aktien machen Sinn?

17:08 Uhr 25.01.2018

Diversifikation ist eine der wichtigsten und vermeintlich einfachsten Grundregeln für den Aufbau eines erfolgreichen Aktien-Portfolios. Doch hinter Diversifikation steht mehr als nur der Kauf möglichst vieler Aktien. Es gilt dabei Sachen wie Korrelation und Marktrisiko zu beachten. Sehen wir uns an, wie man ein gut aufgestelltes Portfolio erstellt.

Unterscheide zwischen unternehmensspezifischem Risiko und Marktrisiko

Viele Anleger denken durch ausreichend Diversifikation haben sie ein absolut sicheres Portfolio, das vor allen Schwankungen geschützt ist. Das stimmt so leider nicht, denn Diversifikation schützt nur vor unternehmensspezifischen Risiken. Darunter versteht man zum Beispiel solche Fälle wie der Einbruch der  Volkswagen (WKN: 766403)-Aktie durch den Abgasskandal oder der Nordex (WKN: A0D655)-Aktie durch die Flaute in der Windenergie-Branche. Umso mehr Aktien man hält, umso weniger wirken sich die Probleme eines einzelnen Unternehmens auf das gesamte Portfolio aus.

Das zweite Risiko, das Marktrisiko, bleibt hingegen bestehen und lässt sich nicht "wegdiversifizieren". Darunter versteht man solche Ereignisse wie 2008, als - vor allem durch die geplatzte Preisblase am US-Immobilienmarkt ausgelöst - der ganze Aktienmarkt fiel. Davor schützt nur ein ausreichend großer Cash-Bestand im eigenen Portfolio, um diese Situationen zum Nachkauf zu nutzen oder die Aufteilung des Vermögens auch auf andere Anlageklassen wie Edelmetalle oder Immobilien.

Beachte die Korrelation

Korrelation bedeutet, dass Anlageklassen oder Aktien gemeinsam fallen und steigen. Hast du zum Beispiel Volkswagen-Aktien wird es eine schlechte Idee sein, zur Diversifizierung Aktien von  Continental (WKN: 543900) zu kaufen, denn wenn es der Autobranche (und damit Volkswagen) schlecht geht, werden auch die Zulieferer wie Continental darunter leiden.

Ein klassisches Beispiel für negative Korrelation (das bedeutet die Werte entwickeln sich entgegengesetzt) wäre ein Investment in  BP (WKN: 850517) und Lufthansa (WKN: 823212). Sinken die Ölpreise, macht BP weniger Gewinn, dafür hat Lufthansa weniger Kerosinkosten und deren Gewinn steigt wiederum.

Eine hohe Korrelation kann nicht nur innerhalb von Branchen bestehen, sondern auch von der geographischen Lage abhängen. Jemand der all sein Geld nur in Russland oder nur in der Türkei anlegt, hat sicher kein gut diversifiziertes Portfolio, da durch politische Ereignisse oft alle Aktien eines Landes gemeinsam steigen oder fallen.

Wie viele Aktien sollten es also sein?

Das kann man pauschal schwer beantworten, denn das kommt vor allem auf dich an: Wie viel Geld hast du zur Verfügung, welche Art von Investor bist du bzw. welche Strategie verfolgst du und wie groß ist deine Risikotoleranz?

Hast du nur 5.000 Euro zur Verfügung wird es keinen Sinn machen, zehn verschiedene Aktien zu kaufen, da so alleine die Handelskosten einen Großteil deiner Gewinne auffressen, hast du hingegen 100.000 Euro auf der Kante, kannst du auch problemlos in 20 Aktien investieren, ohne dass die Handelsgebühren deinen Gewinn zu sehr belasten. Ich persönlich habe mir ein Limit von etwa 1.000 Euro gesetzt, unter dem ich normalerweise keine Positionen eröffne.

Der nächste Punkt ist deine Strategie. Bist du eher der Typ, der in große, verlässliche Standardwerte und Dividendenaktien investiert, wird es selbst bei hohen Geldbeträgen keinen Sinn machen, mehr als rund 15 Aktien zu kaufen, da das Risiko damit schon sehr gering ist und eine höhere Anzahl nur unnötig die Verwaltung erschwert und zusätzliche Handelskosten bedeutet.

Bist du hingegen so wie ich eher der Typ, der gerne in etwas riskantere Wachstumsaktien bzw. neue, kleine Unternehmen investiert, dann kann es leicht mal zu einem Totalausfall kommen. Hast du dann bei 100.000 Euro nur 10 verschiedene Aktien, kannst du gleich mal 10.000 Euro als Verlust abschreiben. Damit das nicht passiert, kann hier je nach Risikotoleranz durchaus auch eine Streuung auf 30 oder mehr Aktien Sinn machen.

Fazit

Diversifikation ist wichtig, jedoch bedeuten mehr Aktien nicht automatisch mehr Sicherheit. Viel wichtiger ist es dabei auf die Korrelation zu achten und richtig zu diversifizieren.

Ab einer bestimmten Anzahl bekommt man kaum noch ein mehr an Sicherheit und die Handelsgebühren sowie der Zeiteinsatz zur Verwaltung des Depots stehen in einem schlechten Verhältnis zur zusätzlich gewonnen Sicherheit.

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Jürgen Zefferer besitzt Aktien von Continental und Nordex. The Motley Fool empfiehlt Nordex.

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Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen.

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Wertpapier ISIN Letzter Kurs Performance
LUFTHANSA Aktienkurs DE0008232125 21,85 € -5,21 %
VOLKSWAGEN Aktienkurs DE0007664005 148,50 € -1,85 %
VW Aktienkurs DE0007664039 150,48 € -1,61 %
CONTINENTAL Aktienkurs DE0005439004 152,90 € -2,49 %
NORDEX Aktienkurs DE000A0D6554 9,11 € 1,00 %
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