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Musk bestätigt den Tesla-Deal, aber viele Fragen bleiben offen

16:01 Uhr 15.08.2018

Nun, jetzt wissen wir es: Elon Musks Tweet, er habe die "Finanzierung gesichert", um Tesla (WKN: A1CX3T) zu privatisieren, war wahrscheinlich eine Übertreibung, aber es war kein Bluff.

Am Montagmorgen (13.08.2018) teilte Musk in einem langen Beitrag auf Teslas Blog mehr Details über die mögliche Transaktion mit und bestätigte, dass es Saudi-Arabiens Staatsfonds war, den er im Sinn hatte, als er letzten Dienstag seinen verhängnisvollen Tweet veröffentlichte.

Aber dieser Artikel hat auch klargestellt, dass dieser Vorgang, so wie er ist, sich noch in einem sehr frühen Stadium befindet - und nichts bestätigt, geschweige denn "gesichert" ist.

Die Reihenfolge der Ereignisse, nach Musk  

Der Blog-Post gibt uns viele neue Informationen, beginnend mit Musks Version der Reihenfolge an Ereignissen, die zu seinem Tweet führten.

Hier ist die Zeitachse, wie Musk sie berichtet:

  • Saudi-Arabiens Staatsfonds wandte sich zum ersten Mal Anfang 2017 an Musk, um sein Interesse an einer Privatisierung von Tesla zu bekunden. Fondsfunktionäre haben sich seitdem mehrmals an Musk gewandt, um die Idee zu diskutieren.
  • Anfang des Jahres erwarb der Fonds über die Börse einen Anteil von fast 5 % an Tesla.
  • Musk traf sich am 31. Juli 2018 mit dem Geschäftsführer des Fonds. Laut Musk sprach er sich bei diesem Treffen "nachdrücklich für eine Unterstützung bei der Finanzierung einer Tesla-Privatisierung aus".
  • Am 2. August 2018 erklärte Musk dem Tesla-Vorstand, dass er die Firma für 420 USD je Aktie privatisieren wolle. Er tat dies in seiner persönlichen Eigenschaft als Tesla-Aktionär, sagte er, nicht in seiner Eigenschaft als CEO. (Eine andere Art, darüber nachzudenken: Musk schwebte die Möglichkeit vor, ein Kaufangebot für Tesla zu unterbreiten.)
  • Der Vorstand und Musk waren sich einig, dass der nächste Schritt darin bestehen würde, mit einigen der größten Aktionäre von Tesla zu sprechen.
  • Musk entschied, dass er etwas in der Öffentlichkeit sagen musste, bevor er mit diesen Aktionären spricht, daher der Tweet am 7. August 2018.
  • Seitdem, so Musk, habe der Geschäftsführer des Fonds "seine Unterstützung für das Vorhaben unter dem Vorbehalt finanzieller und anderer Sorgfaltspflichten sowie ihres internen Prüfverfahrens zur Einholung von Genehmigungen bekundet".

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Finanzierung war am 7. August 2018 nicht wirklich "gesichert" und sie ist es auch jetzt nicht. Der Vertrag ist noch lange nicht abgeschlossen. Aber Musk hatte wohl Grund zu der Annahme, dass die Finanzierung zur Verfügung stehen würde, vorbehaltlich der Sorgfaltspflichten, als er am 7. August 2018 twitterte.

Also wird es passieren?

Ein Problem: Das Gesetz begrenzt die Zahl der Investoren

Es gibt wenig Zweifel daran, dass der saudi-arabische Fonds das Geld für die Transaktion aufbringen kann. Die Frage ist, ob Musk, Teslas Vorstand, (eine Mehrheit von) Teslas Aktionären und der Fonds sich auf einen Deal einigen können.

Natürlich wird sich der Risikoappetit des Fonds erhöhen, wenn sich die Analysten Teslas brenzlige Bilanz genau ansehen. Aber selbst wenn man davon ausgeht, dass die Analysten einen Daumen nach oben geben, könnte es schwierig werden, einen Vertrag zu finden, der alle Beteiligten glücklich macht.

Musk sagte am 7. August 2018 und erneut im heutigen Blog-Post, dass er sich einen Vertrag vorstelle, zu dem alle Tesla-Aktionäre eingeladen werden, weil er möchte, dass Tesla "weiterhin eine breite Investorenbasis behält". (Ein weniger wohlwollender Beobachter könnte zu dem Schluss kommen, dass er sicherstellen will, dass kein Aktionär groß genug wird, um ihm die Kontrolle zu entziehen.)

Er sagte auch, dass ab sofort, so seine Schätzung, etwa zwei Drittel der Tesla-Aktien in einen Privatisierungsvertrag einfließen würden. Dies würde den Kapitalbedarf begrenzen: Bei einem Kurs von 420 USD pro Aktie würde es etwas weniger als 24 Milliarden USD benötigen, um ein Drittel der ausstehenden Tesla-Aktien zu kaufen. Und er erklärte, dass der Plan vorsieht, dass der saudische Staatsfonds diese Aktien kauft - Tesla wird keine zusätzlichen Schulden aufnehmen, um diesen Vertrag abzuschließen.

Aber die Sache ist: Die US-Wertpapiergesetze begrenzen die Gesamtzahl der Aktionäre, die ein Unternehmen haben darf, bevor es Registrierungs- und Meldepflichten unterliegt - und diese Meldepflichten sind Teil dessen, wovon Musk hofft, wegzukommen, indem er Tesla privatisiert.

Nach dem Securities Exchange Act von 1934 ist ein Unternehmen verpflichtet, seine Aktien zu registrieren, wenn:

  • es mehr als 10 Millionen USD Gesamtvermögen besitzt und
  • mehr als 2.000 eingetragene Aktionäre oder mehr als 500 nicht akkreditierte Investoren besitzt.

Hast du ein Einkommen von über 200.000 USD (oder über 300.000 USD einschließlich deines Ehepartners)? Ist dies seit drei Jahren so? Oder hast du ein Reinvermögen von über einer Million USD ohne den Wert deines Hauptwohnsitzes?

Wer die Fragen nicht mit "ja" beantworten kann, ist kein akkreditierter Investor und eine privatisierte Tesla könnte nicht mehr als 500 von ihnen aufnehmen.

Dies könnte ein großer Knackpunkt sein

Ich gehe davon aus, dass diese Grenze in den kommenden Wochen Gegenstand erheblicher und wahrscheinlich hitziger Diskussionen sein wird. Das Schlüsselwort könnte "protokolliert" lauten: Könnte Tesla so etwas wie einen Investmentfonds als Einzelaktionär einrichten und ihn nicht akkreditierten Anlegern anbieten?

Diese und viele andere Fragen werden in den nächsten Wochen öffentlich diskutiert.

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John Rosevear besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla -Aktien. 

Dieser Artikel von John Rosevear erschien am 13.08.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Autor: John Rosevear, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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