CLEVER HANDELN
Richten Sie Börsennews.de als Startseite ein
Hier klicken

Nach der Megastrafe für Google kündigt Trump Vergeltung an – könnte es SAP treffen?

09:18 Uhr 23.07.2018

Nach der 4-Milliarden-Strafe für Google-Mutter Alphabet (WKN: A14Y6F) will Trump offenbar ein Exempel statuieren. Nun könnte man das unter "bellende Hunde beißen nicht" abstempeln. Aber wenn doch, welche europäische Aktie könnte es treffen? Ich fürchte, dass SAP (WKN: 716460) am meisten bangen muss.

Es geht hin und her

Noch bevor Trump die EU als "foe" bezeichnete, titelte Die Zeit 2016 über eine "Transatlantische Feindschaft". Europäische Strafverfolger und Regulierer scheinen demzufolge besonders US-Tech-Konzerne im Visier zu haben und ihre US-Pendants klagen dem Eindruck nach besonders gerne gegen europäische Konzerne. Anfang 2017 schrieb ich darüber, dass unter anderem die oft drakonischen Strafen, die beispielsweise Volkswagen (WKN: 766403), BNP Paribas (WKN: 887771), die Deutsche Bank (WKN: 514000) und BP (WKN: 850517) zahlen mussten, sich bereits unter Obama zu einem unkalkulierbaren Risiko entwickelt haben und mit dem aktuellen Regime noch schlimmer geworden sind.

Nun hat es also in der anderen Richtung erneut Google getroffen. Die Europäische Kommission hat gute Argumente: Das auf dem quelloffenen Linux basierende Smartphone-Betriebssystem Android hat in vielen Mitgliedsstaaten nahezu Monopolstatus erreicht und Google hat diese Position zu Lasten des Wettbewerbs missbraucht. Obwohl davon gerade auch amerikanische Unternehmen wie Microsoft (WKN: 870747) betroffen sind, gibt es in den USA wenig Verständnis dafür (nunja, immerhin zollt die US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Watchdog Beifall) und Trump schürt die Verärgerung mit einer getweeteten Vergeltungsdrohung.

Was das bedeuten könnte

Nun stößt das US-Regime ja fast täglich Drohungen in alle Richtungen aus und nur selten kommt es zu konkreten Maßnahmen. Die Kampagne gegen die Arzneimittelkonzerne hat gerade mal dazu geführt, dass diese auf weitere Erhöhungen verzichten. Attacken gegen Amazon.com (WKN: 906866) liefen zunächst weitgehend ins Leere.

Andererseits scheint Trump wild entschlossen, etwas gegen die milliardenschweren Importe von deutschen Oberklasse- und Luxusautos tun zu wollen. Aber selbst die einheimische Industrie wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, weil es bedeuten würde, dass sie von den globalen Lieferketten weitgehend abgeschnitten würden. Es wäre ein tragischer Schuss ins Knie und als Reaktion auf die europäischen Google-Strafen taugt es auch irgendwie nicht.

Eine andere Idee, über die ich kürzlich geschrieben habe, wäre, der Deutschen Telekom (WKN: 555750) die Fusionsparty mit Sprint (WKN: A1W1XE) zu versauen. Der Schaden wäre womöglich groß - immerhin wird der Gesamtwert der erzielbaren Synergien auf 43 Mrd. US- Dollar geschätzt - aber Geld in die Staatskasse würde dann natürlich nicht fließen.

Wenn man überlegt, welches europäische Unternehmen am ehesten mit Google zu vergleichen ist, dann fällt einem zunächst einmal ? nichts ein. Aber etwas weitergedacht wohl doch die kontinentale Nummer 1 aus Walldorf, SAP.

Wie es jetzt weitergeht

Auch SAP hat über die Jahre eine überaus starke Marktposition in vielen ihrer Geschäftsaktivitäten erreicht und mit der Oracle (WKN: 871460)-Affäre bereits einen Präzedenzfall geschaffen. Die Präsenz im Nahen Osten ist ein Minenfeld und über mächtige E-Commerce-Plattformen wie SAP Ariba laufen bestimmt auch mal Geschäfte in der Grauzone. Sollte Trump seine Behörden scharf machen, würde sich sicherlich etwas Anklagbares konstruieren lassen. Zur Not wiegelt man unzufriedene Anwender zu einer der gefürchteten Sammelklagen auf.

Das sind natürlich nur einige bunte Ideen, die wir hoffentlich schon bald in das Reich der Phantasie verweisen können. Trotzdem könnte es ratsam sein, sein Depot auf solche potenziellen Gefahren durch den transatlantischen Schlagabtausch abzuklopfen und gegebenenfalls Risiken zu reduzieren.

Performance machen auch in stressigen Börsen-Zeiten -- so geht's!

Wird der Dax nach 9 Jahren Hausse weiter steigen, oder kommt jetzt die Korrektur? Egal was passiert, mit der Strategie der Fools hast du die Chance ein Vermögen an der Börse zu machen, egal wohin der Markt sich entwickelt. Sicher durch die Krise -- wie genau das funktioniert, erfährst du in unserem brandneuen Spezial-Bericht Bereit für den nächsten Bärenmarkt? Für ein Gratis Exemplar dieses neuen Berichts klicke einfach hier.

Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Aufsichtsrat von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu MicrosoftThe Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien) und Amazon. The Motley Fool besitzt Aktien von Oracle und die folgenden Optionen: Long Januar 2020 $30 Calls auf Oracle.

Haftungsausschluss/Disclaimer

Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen.

Boersennews.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Boersennews.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Boersennews.de und / oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.

Im Artikel enthaltene Wertpapiere
Wertpapier ISIN Letzter Kurs Performance
AMAZON Aktienkurs US0231351067 1.599,01 € -1,97 %
ORACLE Aktienkurs US68389X1054 48,84 € -1,35 %
MICROSOFT Aktienkurs US5949181045 104,97 € -1,42 %
SPRINT NEXTEL Aktienkurs US85207U1051 6,15 € -0,97 %
VOLKSWAGEN Aktienkurs DE0007664005 145,20 € 0,48 %
VW Aktienkurs DE0007664039 149,30 € 0,91 %
SAP Aktienkurs DE0007164600 91,94 € 0,07 %
DEUTSCHE BANK Aktienkurs DE0005140008 8,73 € -1,01 %
DEUTSCHE TELEKOM Aktienkurs DE0005557508 14,97 € 0,34 %
ALPHABET Aktienkurs US02079K3059 1.054,58 € 0,63 %
Jetzt mitmachen: Aktuelle börsennews.de Umfrage
In immer mehr Städten drohen Diesel-Fahrverbote. Die Autoindustrie verspricht saubere Motoren. Würden Sie sich noch einen Diesel kaufen?
Der "Märkte am Mittag"-Newsletter
  • Täglich aktuelle Topnews
  • Die wichtigsten Aktien im Überblick
  • Exklusive Hintergrundanalysen

 
News-Diskussion (0 Beiträge)
Bitte ignorieren! Wenn Sie diese Felder sehen, füllen Sie diese bitte NICHT aus!
Nachricht
Sie müssen eingeloggt sein, um an dieser Diskussion teilzunehmen.
  • Keine Beiträge vorhanden!