CLEVER HANDELN
Richten Sie Börsennews.de als Startseite ein
Hier klicken

Sollte man jetzt von Aktien auf Anleihen und andere Rentenpapiere umschichten?

07:58 Uhr 07.02.2018

Die Börsen weltweit schwächeln derzeit bedenklich. Viele Anleger fragen sich jetzt, ob es sich dabei nur um eine begrenzte Korrektur handelt oder doch um den Anfang des großen Crashs, der über das Jahr 2017 hinweg immer wieder ausgerufen wurde und doch nie kam.

In dieser Situation könnte man auf die Idee kommen, doch lieber am als sicherer wahrgenommenen Geld- oder Rentenmarkt zu investieren. Aber ob man dort wirklich besser bedient ist, halte ich für fraglich. Zumindest ist auch dort einiges zu beachten.

Darum sind auch Anleihen riskant

Eigentlich ist bei Anleihen, wie sie von Staaten und Unternehmen zur Finanzierung ihrer Kosten oder Investitionen ausgegeben werden, alles klar definiert: Während der Laufzeit gibt es üblicherweise fixe Zinszahlungen und am Ende bekommt man sein Geld zurück. Solange der Schuldner zuverlässig ist, wirkt das wie eine ziemlich sichere Sache, zumal Fremdkapital gegenüber Eigenkapital im Krisenfall Vorrang genießt.

Aber es gibt auch Risiken, besonders, wenn man eventuell zwischenzeitlich verkaufen will. Schließlich werden Anleihen genauso wie Aktien börsentäglich gehandelt. Steigen die Zinserwartungen, wie es derzeit den Anschein macht, dann sinken im Gegenzug die Anleihenkurse, weil die Attraktivität des in der Vergangenheit versprochenen Zinsniveaus sinkt. Bislang hat der passende Index REX nur wenig abgegeben, aber der Trend zeigt eher nach unten.

Hinzu kommen Währungsrisiken, wenn man etwa in Dollar-, Kronen- oder Frankenpapiere investiert. Dass der US-Dollar gegenüber dem Euro in der Spitze über 20 % an Wert eingebüßt hat, kann durch die immer noch mickrigen Zinszahlungen kaum aufgewogen werden, auch wenn 10-jährige Staatsanleihen der USA mittlerweile immerhin wieder mit fast 3 % rentieren. Deutschland zahlt sogar selbst auf 30-jährige nicht einmal 1,5 %. In dem Fall droht die Inflation die Erträge aufzufressen.

Ob man es stattdessen mit so genannten Hochzinsanleihen ("high-yield bonds") von Unternehmen oder Staaten aus der zweiten Reihe versuchen will, sei jedem selbst überlassen. In vielen Fällen wird das zusätzliche Risiko aus meiner Sicht nicht angemessen durch einen höheren Zinssatz ausgeglichen, vor allem seit die Zentralbanken dort mitmischen und die Kurse in die Höhe getrieben haben. Die Frage ist aktuell allerdings, ob das an der Börse besser aussieht.

Das sind die Aussichten bei Aktien

Richtig ist, dass in einigen Börsensegmenten ein Blutbad nicht auszuschließen ist. Viele substanzschwache und dividendenverweigernde Tech-Werte erscheinen mir doch noch sehr stark überbewertet. Von daher könnte es eine gute Idee sein, dort Gewinne mitzunehmen.

Am anderen Ende der Skala gibt es allerdings viel Werthaltiges, zumal die Kurse in den letzten Tagen schön zurückgekommen sind. Rund ein Dutzend DAX-Werte bieten eine höhere Dividendenrendite als die vorgenannten US-Staatsanleihen. Bei E.ON (WKN: ENAG99), Daimler (WKN: 710000) und der Deutschen Telekom (WKN: 555750) werden sogar rund 5 % erwartet.

Nun kann es natürlich sein, dass über die nächsten Jahre auch mal wieder geringere Ausschüttungen erfolgen. Da jedoch in der Regel ein Teil des Nettogewinns einbehalten und in Neugeschäft investiert wird, stehen die Chancen auf im Schnitt steigende Dividenden über einen Zeitraum von 10 Jahren ausgezeichnet. Beispielsweise werden die Deutsche Lufthansa (WKN: 823212) und BMW (WKN: 519000) derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 10 bewertet, was theoretisch bereits heute eine Ausschüttung in Höhe von 10 % erlaubt, ohne die Substanz anzugreifen.

Das alles bringt allerdings auch hier nichts, wenn die Kurse einbrechen. Aber an der Stelle muss man sich schon fragen, wie realistisch es ist, dass der Aktienkurs eines Qualitätsunternehmens über einen Zeitraum von 10 Jahren sinkt. Im Rückblick war dies sehr selten der Fall und selbst wenn man mal eine Niete, wie beispielsweise vor einigen Jahren E.ON (WKN:ENAG99) oder die Deutsche Bank (WKN: 514000) zieht, dann gleichen die Gewinne von anderen Depotpositionen die Verluste meist locker aus.

Mein Fazit

Wer jetzt auf Nummer sicher gehen will, der könnte sich überlegen, einen Teil seines Vermögens eine Zeitlang am Geldmarkt zu parken, bis wieder etwas mehr Klarheit herrscht, wohin die Reise an den Börsen geht. Für langfristige Investitionen finde ich es aber aussichtsreicher, gerade jetzt robuste Dividendenzahler auszuwählen, statt Anleihen oder Rentenfonds. Über die Investition in starke Unternehmen bekommen wir eine relativ gute Absicherung nach unten, regelmäßige Ausschüttungen oft oberhalb des Zinsniveaus und als Sahnehäubchen noch eine realistische Chance auf Kursgewinne.

Der größte Rentenfehler

Träumst du von einem wunderschönen Ruhestand? Warum auch nicht - nach all der harten Arbeit verdienst du das. Doch für viele könnte sich dieser Traum nicht verwirklichen, wenn sie diesen Rentenfehler machen. Ob du bereits mittendrin steckst, kurz davor stehst oder noch Jahrzehnte bis zum Ruhestand hast, unseren neuen Sonderbericht solltest du unbedingt lesen. Derzeit kannst du dir eine kostenlose Kopie sichern.

Ralf Anders besitzt Wertpapiere auf E.ON. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

Haftungsausschluss/Disclaimer

Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen.

Boersennews.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Boersennews.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Boersennews.de und / oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.

Im Artikel enthaltene Wertpapiere
Wertpapier ISIN Letzter Kurs Performance
LUFTHANSA Aktienkurs DE0008232125 22,91 € 0,22 %
DAIMLER Aktienkurs DE0007100000 55,77 € 0,65 %
DEUTSCHE BANK Aktienkurs DE0005140008 9,91 € 0,56 %
BMW Aktienkurs DE0005190003 82,67 € 0,16 %
DEUTSCHE TELEKOM Aktienkurs DE0005557508 13,90 € 0,94 %
EON Aktienkurs DE000ENAG999 8,90 € 0,44 %
Jetzt mitmachen: Aktuelle börsennews.de Umfrage
Nach seinen Äußerungen zu den fremdenfeindlichen Übergriffen in Chemnitz steht Geheimdienstchef Hans-Georg Maaßen in der Kritik. Finden Sie, er sollte jetzt zurücktreten?
Der "Märkte am Mittag"-Newsletter
  • Täglich aktuelle Topnews
  • Die wichtigsten Aktien im Überblick
  • Exklusive Hintergrundanalysen

 
News-Diskussion (0 Beiträge)
Bitte ignorieren! Wenn Sie diese Felder sehen, füllen Sie diese bitte NICHT aus!
Nachricht
Sie müssen eingeloggt sein, um an dieser Diskussion teilzunehmen.
  • Keine Beiträge vorhanden!