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Windkraft: Berkshire Hathaway Energy lässt GE, Vestas und Siemens Gamesa gegeneinander antreten

07:41 Uhr 19.04.2018

Eine der ambitioniertesten Windkraft-Initiativen der USA wird seit Sommer 2016 von einer Tochter aus dem Reich von Warren Buffett im Bundesstaat Iowa entwickelt. Fast 4 Mrd. US- Dollar sollen dort investiert werden und Siemens Gamesa (WKN: A0B5Z8), Vestas (WKN: 913769) und General Electric (WKN: 851144) bekommen alle die Gelegenheit, sich zu beweisen.

Project XI

Der führende Stromversorger in Iowa heißt MidAmerican Energy ( MAE), eine Tochter der Berkshire Hathaway Energy. Bereits jetzt sind in Iowa rund 2000 Windturbinen in Betrieb, welche etwa die Hälfte des Stroms von MAE produzieren.

2016 wurde das ambitionierte Projekt "Wind XI" gestartet, das zum Ziel hat, einen Windstromanteil von rund 90 % zu erreichen. 3,6 Mrd. US-Dollar sollen in die Hand genommen werden um innerhalb von 3 Jahren 2 Gigawatt Kapazität hinzuzufügen. Spätestens Ende 2020 sollen sich alle neuen Windräder auf Hochtouren drehen. In der Folge wird angestrebt, mindestens so viel Windenergie zu produzieren, wie im 3-Millionen-Einwohner-Staat Iowa verbraucht wird.

Früher, als General Electric noch ein Kerninvestment von Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) war, wurde gerne auf die Turbinen von GE zurückgegriffen, wobei Siemens Wind Power trotzdem zwischenzeitlich etwa zwei Drittel der Aufträge gewinnen konnte. Für "Wind XI" wurde 2016 erstmals Vestas als Lieferant hinzugenommen, sodass aus dem Zwei- ein Dreikampf wurde.

MAE setzt in der Regel auf bewährte Turbinen der 2-Megawatt-Klasse mit Getriebe, wie zum Beispiel die V110 von Vestas oder die SWT-2.3 von Siemens Wind Power. Diese sind robust und vergleichsweise preiswert in der Anschaffung. Die gute Zugänglichkeit der Turbinenstandorte in dem nur leicht hügeligen und dünn besiedelten Staat sorgt zudem für günstige Wartungskosten. Bei Berkshire wird natürlich überall mit spitzem Bleistift gerechnet und die Einkäufer sind offenbar zu dem Ergebnis gekommen, dass die Kosten über die gesamte Laufzeit so niedriger sind als bei den neuesten Modellen der 3- und 4-Megawatt-Klasse.

Die letzten Aufträge

Ende März wurden bei Vestas 46 2-MW-Turbinen samt Servicevertrag über fünf Jahre bestellt. So wie es aussieht, zahlen sich die hohen Investitionen in die amerikanische Wertschöpfungskette vermehrt aus. Ein Großteil der wichtigen Komponenten kann mittlerweile von lokalen Lieferanten oder den eigenen Fabriken in Colorado bezogen werden, sodass ein drohender Handelskrieg hier kaum ein Thema darstellt.

Einen Monat zuvor wurden die Beaver Creek und Prairie Windfarmen fertiggestellt. Für die erste lieferte Vestas 85 und für die zweite 84 Turbinen mit zusammen 338 MW. Im Bau befindet sich das 340 MW starke Poweshiek-Projekt, wofür die Dänen ebenfalls beauftragt wurden.

Vestas hatte also einen richtig guten Lauf zuletzt, aber am 17. April konnte Siemens Gamesa mal wieder einen kleinen Erfolg in der Region vermelden. Sie wurde für ein Projekt im Umfang von vergleichsweise bescheidenen 77 bis 90 MW ausgewählt und kann ebenfalls auf lokale Fertigungsstandorte zugreifen. Zuvor im Januar wurde berichtet, dass 202 Mitarbeiter im Rotorblattwerk in Fort Madison (Iowa) wegen der temporären Auftragsflaute entlassen wurden.

GE ist derweil mit der Aufrüstung einer Reihe von älteren Standorten, also dem Repowering, beschäftigt. Eine Milliarde US-Dollar soll investiert werden, um 706 leistungsschwachen Turbinen neues Leben einzuhauchen.

Wind setzt sich durch

Iowa ist zwar einer der kleineren Staaten, aber ganz klar unter den Vorreitern in den USA. Es zeigt schön, dass die Nachfrage nach Windkraft trotz des Gegenwinds aus Washington vielerorts ungebrochen ist. MidAmerican Energy investiert konsequent und setzt die Großen Drei einem knallharten Wettbewerb aus.

Sie profitiert so von besonders niedrigen Kosten und kann aufgrund der guten Kalkulierbarkeit ihren Kunden das Versprechen von stabilen Strompreisen geben. Damit beweist MAE, dass Windkraft für alle Beteiligten ein gutes Geschäft sein kann. "Project Wind XI" ist ein Leuchtturm in den USA, der mit der Rückendeckung von Berkshire Hathaway die Branche insgesamt voranbringt.

Landesweit befanden sich zum Jahreswechsel 29 GW Kapazität entweder bereits im Bau oder in fortgeschrittener Entwicklung, rund ein Drittel mehr als 12 Monate zuvor. Ein neuer Schub ist zu erwarten, sobald sich leistungsstärkere Modelle mehr etablieren und das nun einsetzende Repowering an Bedeutung gewinnt. Gerade Siemens Gamesa, die bisher mit zwei Marken auf dem US-Markt erfolgreich war, kann sich mit ihrer im Februar vorgestellten vereinheitlichten und lokalisierten 2.75-MW-Plattform Hoffnungen auf Marktanteilsgewinne machen.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Siemens Gamesa. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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