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Bahn-Vorstand erwartet mehr Bundesgeld für Schienennetz

15:46 Uhr 04.04.2019
Deutsche Bahn
Die Regierung hatte in den Eckwerten für den Bundeshaushalt das zusätzliche Geld für die Bahn eingeplant. Foto: Bernd von Jutrczenka

Berlin (dpa) - Marode Gleise, Weichen, Brücken - die Deutsche Bahn muss einen gewaltigen Sanierungsstau abarbeiten. Die Folge: Hunderte Baustellen gleichzeitig. Das ist ein Grund dafür, dass der Fahrplan oft nicht eingehalten wird.

Mehr als jeder fünfte Fernzug kam im ersten Vierteljahr 2019 sechs oder mehr Minuten zu spät. Die Bundesregierung will deshalb zusätzliches Geld in das Schienennetz stecken - doch die Bahn verlangt mehr. «Die Summe reicht so nicht völlig aus», sagte Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla der Deutschen Presse-Agentur.

Nach den derzeitigen Haushaltseckwerten soll die Bahn jährlich 4,5 Milliarden Euro bekommen, um ihr Netz instand zu halten - eine Milliarde mehr als bisher. Dafür sei er dankbar, sagte Pofalla. Es müsse aber weiter verhandelt werden. «Bleibt es bei diesem Betrag, könnte die Bahn den Investitionsrückstau, den wir in der Infrastruktur haben, nicht abbauen.» Zusätzlich sei ein dreistelliger Millionenbetrag notwendig.

Nach Konzernangaben ist der Sanierungsstau im 33.000 Kilometer langen Schienennetz auf rund 54 Milliarden Euro angewachsen. «Mehr Mittel des Bundes bedeuten: Die Qualität und die Zuverlässigkeit des Netzes wird besser, und am Ende wird auch die Pünktlichkeit besser», sagte Pofalla.

Im März waren 78,4 Prozent der Fernzüge pünktlich - das heißt für die Bahn, dass ein Zug spätestens 5 Minuten und 59 Sekunden nach der im Fahrplan vorgesehenen Zeit eintrifft. Darüber berichtete auch «Der Tagesspiegel». Mit durchschnittlich 78,2 Prozent pünktlicher Fernzüge im ersten Vierteljahr konnte sich die Bahn verglichen mit dem Vorquartal zwar verbessern. Sie blieb aber hinter dem ersten Quartal des schwachen Jahres 2018 zurück.

«Wir haben in den vergangenen zehn Jahren rund 16.000 Kilometer des vorhandenen Netzes von 33.000 Kilometern komplett erneuert und damit auch die Fehleranfälligkeit des Netzes halbiert», sagte Pofalla. Baustellen sorgen nach Berechnungen der Bahn immer weniger für Verspätungen; eine große Rolle spielen etwa auch das Wetter und Suizide. Angesichts steigender Fahrgastzahlen gibt es aber zunehemend auch Engpässe bei Personal und Schienennetz.

Mehr Geld ist aus Sicht der Bahn deshalb nötig, um kapazitätsschonend zu bauen - das heißt etwa: anstelle von Totalsperrungen eingleisiger Betrieb mit Gleiswechsel über zusätzliche Weichen, zudem Hilfsbrücken und schnellere Schienenschleifzüge. «Das kostet aber mehr Geld», sagte Pofalla. Dafür werde für die Finanzierungsvereinbarung mit dem Bund für die Zeit ab 2020 über eine Zusatzposition kapazitätsschonendes Bauen verhandelt. «Das kostet einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag», so der Bahnvorstand.

Bislang wurde die sogenannte Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung für jeweils fünf Jahre abgeschlossen, Pofalla strebt nun eine zehnjährige Laufzeit an. «Das würde uns in eine Lage versetzen, dass wir mit der Bauwirtschaft ganz anders über Preise reden können.» Für die Bahn und für die Baufirmen würde zudem die Planung einfacher.

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