CLEVER HANDELN
Richten Sie Börsennews.de als Startseite ein
Hier klicken

Enders: Europa könnte Anschluss im Weltraum verlieren

20:21 Uhr 04.10.2018
Tom Enders
Enders beklagt, dass in Deutschland immer erst Ethikkommissionen eingesetzt werden müssen. Foto: Tobias Hase

Bremen (dpa) - Die europäische Raumfahrt muss sich nach Ansicht von Airbus-Chef Tom Enders neu erfinden. «Die langsame Reaktion Europas auf die «New Space»-Revolution macht mir Sorgen», sagte der Manager auf dem weltgrößten Raumfahrtkongress IAC in Bremen.

«Ich befürchte, dass wir den nächsten Goldrausch im All verpassen.» Wenn sich Europa nicht anstrenge, werde es den Anschluss verlieren und wie bei der Mondlandung vor 50 Jahren anderen dabei zuschauen, wie sie den Weltraum erkundeten. Als «New Space» werden neue Ideen und Anwendungen für die kommerzielle Weltraumnutzung bezeichnet.

Angesichts der neuen Herausforderungen sei eine Reform der europäischen Weltraumpolitik notwendig, sagte Enders. Entscheidungen müssten schneller und effizienter getroffen werden. Für Raumfahrtprojekte müsse es nicht nur mehr Geld geben, bei den Aufträgen müssten europäische Hersteller bevorzugt werden. «Auch die Industrie ist gefragt, neue Visionen zu entwickeln, mehr Risiken einzugehen und mehr zu investieren», betonte der Vorstandsvorsitzende von Europas größtem Luft- und Raumfahrtkonzern.

In einem Interview mit «Spiegel Online» hatte Enders zuvor kritisiert, dass die Aufträge für die Raumfahrtindustrie eines Landes abhängig davon seien, wie viel dieses für europäische Raumfahrtprojekte ausgebe. «Das zwingt uns zum Beispiel, in zu vielen Ländern Teile für eine Rakete herzustellen, die man dann durch ganz Europa transportieren muss», sagte Enders. Das behindere die Wettbewerbsfähigkeit.

Die Raumfahrt erlebt Enders zufolge gerade einen fundamentalen Wandel - ausgelöst von neuen Technologien, Preisdruck und neuen Akteuren. «Dieser Wandel gefährdet die Rolle der traditionellen Raumfahrtindustrie», sagte Enders. Er sei aber auch eine Chance für einen Aufbruch. Die Raumfahrt könne der Menschheit revolutionäre Verbesserungen auf der Erde bringen wie das Internet vor 20 Jahren.

Dafür brauche es Aushängeschilder wie den Bau einer Raumstation in der Mondumlaufbahn in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. Europa sollte aber auch mit eigenen Projekten voranschreiten, um nicht technisch abhängig von einigen wenigen großen Akteuren zu werden, wie es im Internet der Fall mit Google und Facebook sei.

Im Artikel enthaltene Wertpapiere
Wertpapier ISIN Letzter Kurs Performance
ALPHABET Aktienkurs US02079K3059 1.103,65 € 0,52 %
FACEBOOK Aktienkurs US30303M1027 154,14 € -0,51 %
Jetzt mitmachen: Aktuelle börsennews.de Umfrage
Die CSU hat bei der Wahl am Sonntag einen herben Rückschlag erlitten. Finden Sie, dass Horst Seehofer und Markus Söder dafür die Konsequenzen tragen sollten?
Der "Märkte am Mittag"-Newsletter
  • Täglich aktuelle Topnews
  • Die wichtigsten Aktien im Überblick
  • Exklusive Hintergrundanalysen

 
News-Diskussion (0 Beiträge)
Bitte ignorieren! Wenn Sie diese Felder sehen, füllen Sie diese bitte NICHT aus!
Nachricht
Sie müssen eingeloggt sein, um an dieser Diskussion teilzunehmen.
  • Keine Beiträge vorhanden!