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Experte: Windparks nicht sicher genug gegen Cyber-Angriffe

11:08 Uhr 27.10.2018
Windpark
Farbenprächtig leuchten Wolken am Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang über einem Windpark. Foto: Patrick Pleul/Illustration

Norderstedt (dpa) - Einige Windkraftanlagen und Windparks sind nach Ansicht von Experten nicht ausreichend geschützt, wenn sie ins Visier von Hackern geraten.

Durch eine Manipulation der Computersysteme könnten nicht nur millionenschwere Schäden für die Betreiber von Windparks entstehen, sagte der Sicherheitsexperte Christian Garske vom IT-Berater Lufthansa Industry Solutions in Norderstedt. Auch die Sicherheit der Stromversorgung könne in Gefahr kommen.

«In einem Pioniermarkt wie der Windenergie haben Sicherheitsfragen zunächst keine hohe Priorität», sagte Garske. «Es ist aber wichtig, die Sicherheitsmaßnahmen permanent auf einem hohen Niveau zu halten, um mit dem rasanten Tempo der technischen Entwicklung Schritt zu halten und den Anschluss nicht zu verlieren.»

Windparks seien auch deshalb anfällig für Cyber-Attacken, weil sie aus vielen gleichartigen Anlagen bestehen. «Das ist wie bei einer landwirtschaftlichen Monokultur», sagte Garske. «Bei einem Angriff fällt nicht eine Anlage aus, sondern viele.» Durch die enge Vernetzung der Anlagen und Parks steige die Durchschlagskraft der Angriffe. Insgesamt stehen in Deutschland fast 30 000 Windräder, davon rund 1200 auf Nord- und Ostsee.

Wichtige Infrastruktur wie der Energiesektor, die Wasserversorgung oder Verkehrsknotenpunkte wie Bahnhöfe und Flughäfen sind in der Regel besonders stark gegen Attacken auf ihre IT-Technik geschützt. Das treffe jedoch nicht unbedingt auf Windkraftanlagen zu. Kleinere und ältere Windparks seien nicht den gleichen strengen Sicherheitsanforderungen unterworfen wie größere und neuere Windparks, sagte Garske.

Die Branche selbst sieht kein Sicherheitsproblem in ihren Anlagen. «Da braucht sich keiner Sorgen zu machen», sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Windenergie (BWE), Wolfram Axthelm. Anlagen der Energieerzeugung gehörten zur kritischen Infrastruktur. Es gebe keinen Nachholbedarf, aber einen ständigen Bedarf, die technischen Herausforderungen immer besser zu bewältigen.

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