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Rossmann wehrt sich gegen Dumping-Vorwurf

12:10 Uhr 26.10.2009
Passanten vor Rossmann-Filiale
Eine Rossmann-Filiale: Die Drogerie-Kette bezeichnet die Vorwürfe als "anachronistisch und verbraucherfeindlich".

Düsseldorf (dpa) - Die Drogerie-Kette Rossmann wehrt sich seit Montag vor Gericht gegen den Vorwurf, mit illegalen Dumping-Preisen zu arbeiten. Das Bundeskartellamt hatte deswegen 300 000 Euro Bußgeld gegen Rossmann verhängt.

Dagegen war das Unternehmen vor das Düsseldorfer Oberlandesgericht gezogen und hatte das Vorgehen der Wettbewerbshüter als «anachronistisch und verbraucherfeindlich» kritisiert. Dahinter stecke eine Anzeige des Markenartikel-Verbandes und der Versuch der Marken-Industrie, in Deutschland höhere Preise durchzusetzen.

«Ich bin mit zwei Prozent Rendite hochzufrieden. Es kann nicht sein, dass man mit Konsumartikeln sieben oder zehn Prozent Rendite macht», sagte Unternehmer Dirk Roßmann (63) am Montag. Dass in Deutschland die Preise für Markenartikel «weltweit am niedrigsten» seien, sei ein Zeichen funktionierenden Wettbewerbs.

Das Bundeskartellamt wirft Rossmann vor, im Jahr 2005 in mehr als 250 Fällen 55 Artikel unter dem Einkaufspreis verkauft zu haben. Damit sollten Konkurrenten aus dem Markt gedrängt werden, hieß es. «Ich möchte nicht, dass mir eine Behörde vorschreibt, dass ich die Preise erhöhen muss», hatte Roßmann kritisiert. Setze sich das Kartellamt durch, würden Markenartikel um 14 bis 33 Prozent teurer. Dies wäre die «größte Preiserhöhung der Nachkriegszeit», der Verbraucher wäre der Verlierer.

In dem Streit geht es im Kern um die Frage, wie sich die Einkaufspreise - auch Einstandspreise genannt - berechnen lassen und wie der sogenannte Werbekostenzuschuss, den Hersteller den Händlern gewähren, auf den Einstandspreis angerechnet werden muss.

Das Kartellamt argumentiert, der Zuschuss sei wie jeder andere Rabatt anzusehen. Er müsse auf das gesamte Sortiment des jeweiligen Lieferanten umgelegt werden. Dadurch würde der Einstandspreis sämtlicher Artikel sinken, aber jeweils nur in geringem Maße.

Die Drogeriemarktkette dagegen argumentiert, das Geld der Hersteller käme nur den beworbenen Artikeln zugute. Dadurch reduziere sich ihr Einstandspreis erheblich.

Roßmann hatte bereits angekündigt, notfalls bis vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen. In Fällen wie bei Haarshampoo habe Rossmann nur nachgezogen und sei Preissenkungen seiner Wettbewerber Lidl und dm gefolgt. Der Markenverband hatte das Bußgeld begrüßt und von einer erheblichen Signalwirkung für den Markt gesprochen.

Rossmann ist die drittgrößte deutsche Drogeriemarktkette. In Deutschland hat sie 1500 Filialen und 20 000 Mitarbeiter, der Umsatz lag 2008 bei 2,9 Milliarden Euro. Mit dem Auslandsgeschäft sind es 2200 Filialen, 26 000 Mitarbeiter und 3,85 Milliarden Euro Umsatz. Das Oberlandesgericht hat für das Verfahren sechs Verhandlungstage bis zum 12. November angesetzt.

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