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Gabriel warnt vor Thyssenkrupp-Zerschlagung

17:42 Uhr 19.07.2018
Sigmar Gabriel
Wenn der Erhalt von Thyssenkrupp nicht gelänge, bedeute dies einen weiteren «Rückschlag gegen die Demokratiefeinde in Deutschland», sagt Sigmar Gabriel. Foto: Bernd von Jutrczenka

Essen(dpa) - Der frühere Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat angesichts der tiefen Krise von Thyssenkrupp vor einem «strukturpolitischen Erdbeben» gewarnt.

«Sowohl der schwedische Finanzinvestor Cevian als auch Paul Singers Hedgefonds Elliott scheinen auf eine Zerschlagung des Traditionskonzerns Thyssenkrupp zu zielen», schrieb Gabriel in einem Gastbeitrag für das «Handelsblatt».

Der SPD-Politiker forderte die Verantwortlichen auf, die Finanzinvestoren notfalls in die Schranken zu weisen. «Es geht um den Erhalt der Sozialen Marktwirtschaft und ihr gesellschaftliches Fundament», sagte er. Wenn der Erhalt des Unternehmens nicht gelänge, bedeute dies einen weiteren «Rückschlag gegen die Demokratiefeinde in Deutschland». Schon heute sei die AfD da besonders stark, wo Industriearbeitsplätze in großem Ausmaß verloren gingen.

Zuvor hatte auch Thyssenkrupp-Übergangschef Guido Kerkhoff eindringlich für einen Erhalt des Gesamtkonzerns plädiert. «...Deshalb haben wir vom Aufsichtsrat das klare Mandat bekommen, unseren bisherigen Kurs bis auf weiteres fortzusetzen, mit allen Geschäften. Unter einem Dach», schrieb Kerkhoff in einem Brief an die rund 160.000 Beschäftigten des Konzerns. Die «WAZ» hatte darüber zuvor berichtet.

Der Hedgefonds Elliott hatte zuletzt eine zügige Beendigung des Mandats von Kerkhoff gefordert. Die Aktionäre erwarteten die Suche nach einem externen Vorstandsvorsitzenden, hieß es. Der langjährige Finanzvorstand und enge Mitarbeiter des zurückgetretenen Vorstandschefs Heinrich Hiesinger hatte das Amt erst in der vergangenen Woche übernommen.

Betriebsräte und IG Metall hatten in den vergangenen Tagen vor einer drohenden Zerschlagung von Thyssenkrupp gewarnt. Jüngst war auch Aufsichtsratschef Ulrich Lehner abgetreten. Er hatte dien Schritt mit dem mangelnden Vertrauen der Großaktionäre begründet. Diese wollen den Konzern noch stärker auf Rendite trimmen.

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