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Geldtransport-Warnstreiks nach Tarifkompromiss beendet

17:36 Uhr 04.01.2019
Warnstreiks bei Geldtransport-Mitarbeitern
Beschäftigte der Geld- und Wertdienst-Branche streiken in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte

Berlin (dpa) - Mehr Geld für Geldboten: Die Löhne der rund 12.000 Beschäftigten der Geld- und Wertbranche in Deutschland steigen deutlich.

Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber verständigten sich am Freitag auf Einkommensverbesserungen von 7,8 bis 17,2 Prozent - je nach Tätigkeit. Der Tarifvertrag gilt rückwirkend zum 1. Januar für zwei Jahre, in denen die Löhne und Gehälter schrittweise steigen, wie beide Seiten nach fünf Verhandlungsrunden in Berlin mitteilten.

Zuvor waren seit Mittwoch mehrere tausend Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen gewesen. Viele Geldtransporter blieben stehen. Der Handel fürchtete Bargeld-Engpässe, sollte der Arbeitskampf in der kommenden Woche fortgesetzt werden. Mit dem Tarifabschluss endeten nun die Warnstreiks.

Die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste betonte, mit dem Abschluss über die Schmerzgrenze hinaus gegangen zu sein. Im Interesse der Kunden aus Handel, Banken und auch der Verbraucher habe man ein schnelles Ende der Arbeitsniederlegungen gewollt.

Vereinzelt hatte es schon am Donnerstag an Geldautomaten Lieferverzögerungen beim Bargeld gegeben. Nach Bankenangaben blieben einzelne Automaten vorübergehend leer.

Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes sagte zu der Einigung: «Das ist ein hervorragendes Ergebnis. Die hohe Beteiligung der Beschäftigten an den Warnstreiks zum Jahresauftakt hat dies möglich gemacht.» Ihr Ziel gleicher Gehälter in Ost und West erreichte die Gewerkschaft offenkundig nicht. Peukes sprach jedoch von einem wichtigen Schritt in diese Richtung.

Welche Folgen die Tariferhöhung für Verbraucher hat, ist noch offen. Die Arbeitsgemeinschaft Geldautomaten warnte am Freitag, übermäßige Lohnerhöhungen könnten dazu führen, dass weitere Automaten abgebaut werden müssen. Die Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste kündigte deutlich steigende Preise für das sogenannte Bargeld-Handling an - also Kosten, die Banken und Handel für den Transport von Münzen und Scheinen entstehen.

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