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IG Metall ruft zu Warnstreiks in der Stahlindustrie auf

14:54 Uhr 02.02.2019
Stahlarbeiter wollen streiken
Im Tarifkonflikt der nordwestdeutschen Stahlindustrie hat die IG Metall zu Warnstreiks aufgerufen. Foto: Bernd Thissen

Sprockhövel (dpa) - Im Tarifkonflikt der nordwestdeutschen Stahlindustrie hat die IG Metall zu Warnstreiks aufgerufen. Den Anfang sollen am kommenden Montag die Beschäftigten im Dortmunder Werk von Thyssenkrupp machen, teilte die Gewerkschaft nach einer Sitzung ihrer Tarifkommission in Sprockhövel mit.

Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 18. Februar werde es weitere Warnstreikaktionen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen geben, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Die IG Metall fordert für die rund 72 000 Beschäftigten der Branche in den drei Bundesländern sechs Prozent mehr Geld.

Hauptstreitpunkt bei den Tarifverhandlungen ist die weitere Forderung der Gewerkschaft nach Einführung eines Urlaubsgelds von 1800 Euro, das auch in freie Tage umgewandelt werden kann. Die Arbeitgeber wollen erst ein Angebot vorlegen, wenn die IG Metall ihre Forderung präzisiert hat. Wenn die Entgeltumwandlung für alle Beschäftigten gelten solle, bedeute dies eine Arbeitszeitverkürzung von 1,5 bis 2 Stunden in der Woche, sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Stahl, Bernhard Strippelmann. «Das kann sich kein Betrieb der Stahlindustrie leisten.»

Das Prinzip Freizeit statt Geld spielt bei Tarifverhandlungen eine zunehmend große Rolle. In den derzeit laufenden Verhandlungen für die Textilbeschäftigten in Westdeutschland fordert die IG Metall ebenfalls eine Wahloption zwischen Einkommenserhöhungen und zusätzlichen freien Tagen. In der Metall- und Elektroindustrie hatten Gewerkschaft und Arbeitgeber für Schichtarbeiter, Eltern kleiner Kinder oder pflegende Familienangehörige diese Form der Arbeitszeitverkürzung vereinbart. Nach Angaben der IG Metall haben bundesweit rund 260 000 Beschäftigte davon Gebrauch gemacht.

Die IG Metall hatte am Freitag die dritte Verhandlungsrunde in Düsseldorf schon nach 15 Minuten verlassen, weil die Arbeitgeber erneut kein Angebot vorgelegt hatten. «Ohne Angebot ergeben Verhandlungen derzeit keinen Sinn», begründete der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Knut Giesler, den Schritt. Die Arbeitgeber warfen der Gewerkschaft daraufhin unkonstruktives Verhalten vor. Für Warnstreiks habe er kein Verständnis, sagte Andreas Goss, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Stahl.

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