CLEVER HANDELN
Richten Sie Börsennews.de als Startseite ein
Hier klicken

Media-Saturn zieht Reißleine in Russland

13:43 Uhr 20.06.2018
Pieter Haas
Konzernchef Pieter Haas will über eine Beteiligung an M.video weiter auf dem russischen Markt aktiv sein. Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf (dpa) - Der Elektronikhändler Media-Saturn zieht die Reißleine und trennt sich von seinem verlustreichen Russlandgeschäft. Der bereits Ende vergangener Woche angekündigte Verkauf der defizitären Sparte an den russischen Konzern Safmar ist besiegelt.

Das teilte der Media-Saturn-Mutterkonzern Ceconomy in Düsseldorf mit. Ein kompletter Rückzug aus Russland ist dies für Deutschlands größten Elektronikhändler aber nicht, denn Ceconomy beteiligt sich im Gegenzug mit 15 Prozent an der Safmar-Tochter M.video. Diese ist beim Verkauf von Unterhaltungselektronik Marktführer in Russland und hat als solcher Media Markt dort das Leben schwer gemacht.

Für den Einstieg bei M.video zahlt Ceconomy 258 Millionen Euro. Dieser Preis kann sich abhängig von der Entwicklung von M.video in diesem und kommenden Jahr um bis zu 86 Millionen Euro reduzieren. «Durch die Transaktion bleiben wir dauerhaft im großen und schnell wachsenden russischen Markt aktiv und haben eine nachhaltige Lösung für unsere Russland Aktivitäten gefunden», sagte Konzernchef Pieter Haas.

Die Einigung mit M.video bezeichnete der Manager als beste Alternative. Sowohl eine Expansion in Russland, als auch die Abwicklung der bestehenden Geschäftsteile wäre teurer und zeitintensiver gewesen, sagte er. Die Neuordnung des russischen Geschäfts belastet den Gewinn einmalig mit rund 250 Millionen Euro. Mit einem Abschluss des Geschäfts wird im September gerechnet.

Offen ließ der Manager, ob es zu einer Kapitalerhöhung beim Media-Saturn-Mutterkonzern Ceconomy kommen wird. «Es gibt bislang keine Entscheidung dazu», sagte Haas. Allein die Ankündigung, dass eine solche Kapitalerhöhung erwogen werde, hatte am Dienstag den Aktienkurs von Ceconomy einbrechen lassen.

Ceconomy ist mit den Marken Media Markt und Saturn in 15 Ländern aktiv und in 9 davon Marktführer. In Russland hingegen kam das Unternehmen mit seinen 46 Media-Markt-Filialen und 90 Shop-in-Shop-Konzepten lediglich auf einen Marktanteil von 3 Prozent.

Ein weiterer Problemmarkt ist Schweden, wo Ceconomy ebenfalls nach einer Lösung sucht. Auch hier ist Media Markt zu klein, um es mit lokalen Wettbewerbern aufzunehmen. Das Schweden-Geschäft wird derzeit saniert, bis der Konzern einen Abnehmer gefunden hat.

Mitteilung

Jetzt mitmachen: Aktuelle börsennews.de Umfrage
Der US-Präsident Donald Trump legt sich mit der gesamten Welt an. Finden Sie, dass er mit seiner Politik auf dem richtigen Weg ist und er vielleicht doch recht hat?
Der "Märkte am Mittag"-Newsletter
  • Täglich aktuelle Topnews
  • Die wichtigsten Aktien im Überblick
  • Exklusive Hintergrundanalysen

 
News-Diskussion (0 Beiträge)
Bitte ignorieren! Wenn Sie diese Felder sehen, füllen Sie diese bitte NICHT aus!
Nachricht
Sie müssen eingeloggt sein, um an dieser Diskussion teilzunehmen.
  • Keine Beiträge vorhanden!