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Wieder weniger Erdöl und Erdgas in Deutschland gefördert

15:17 Uhr 12.03.2019
Erdöl
Eine Gestängetiefpumpe (auch Pferdekopfpumpe) für Erdöl im niedersächsischen Emlichheim. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 10,3 Millionen Tonnen Erdöl in Deutschland gefördert. Foto: Friso Gentsch

Hannover (dpa) - Die Förderung von Erdgas in Deutschland ist 2018 weiter zurückgegangen. Wie der Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG) am Dienstag in Hannover mitteilte, trugen deutsche Quellen nur noch 7,2 Prozent zur Versorgung des inländischen Erdgasmarktes bei.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 6,3 Milliarden Kubikmeter Erdgas (2017: 7,3 Mrd Kubikmeter) und 2,1 Millionen Tonnen Erdöl (2017: 2,2 Mio Tonnen) gefördert.

Die Erdgasförderung in Deutschland konzentriert sich nahezu vollständig auf Niedersachsen (96,3 Prozent). Schwerpunkte der Erdölförderung blieben Schleswig-Holstein (54,1 Prozent) und Niedersachsen (35,4 Prozent). Zum Jahresende 2018 lagen die Reserven bei 50,3 Milliarden Kubikmetern Erdgas und 29 Millionen Tonnen Erdöl.

BVEG-Hauptgeschäftsführer Ludwig Möhring sagte, die Diskussion rund um den Kohleausstieg habe «deutlich gemacht, dass Erdgas noch für Jahrzehnte gebraucht wird». Weltweit hielten die deutschen Förderunternehmen mit insgesamt 26,1 Milliarden Kubikmetern Erdgas und 10,3 Millionen Tonnen Erdöl ihre Produktion auf einem stabilem Niveau.

Erdgas und Erdöl werden in Deutschland vor allem zur Wärmeerzeugung und in der Industrie benötigt. Eine Nutzung der beiden Rohstoffe ist nicht unumstritten. Umweltverbände weisen regelmäßig darauf hin, dass auch Erdgas bei der Verbrennung das klimaschädliche Kohlendioxid erzeugt. «Erdgas ist ein Treibhausgas, kann aber übergangsweise im Stromsektor helfen, die Klimaziele zu erfüllen, da Kohle immer noch das größere Übel ist», erklärt ein Sprecher des Bundesverbands Erneuerbare Energie. Alternativen - darunter auch Biogas und synthetisch erzeugtes Gas sollten das fossile Erdgas möglichst schnell ersetzen.

Damit Deutschland sein Klimaschutzziel für 2030 und EU-Vorgaben einhalten kann, streitet die Bundesregierung über ein mögliches Klimaschutzgesetz. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte vorgeschlagen, den Treibhausgas-Ausstoß in Bereichen wie Verkehr, Industrie oder Landwirtschaft per Gesetz zu regeln. Bei der Union stößt dies bisher auf Widerstand.

Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 55 Prozent verringert werden. Dafür wurde Ende Januar nach langem Ringen auch der Kohleausstieg beschlossen. Nach dem für Ende 2022 geplanten Atomausstieg wird Deutschland dann ab spätestens 2038 als eines der ersten Industrieländer der Welt neben Erdgas fast komplett auf erneuerbare Energien setzen.

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