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Wirtschafts-Nobelpreis für US-Forscher Nordhaus und Romer

16:21 Uhr 08.10.2018
Wirtschafts-Nobelpreis
Diese goldene Medaille wird mit dem Wirtschafts-Nobelpreis vergeben. Foto: Lovisa Engblom/The Nobel Foundation

Stockholm (dpa) - Die beiden US-Ökonomen William D. Nordhaus und Paul M. Romer erhalten in diesem Jahr den Wirtschafts-Nobelpreis. Die Königlich-Schwedische Wissenschaftsakademie ehrt beide Forscher für ihre Arbeiten rund um Klimawandel und technologische Innovationen.

Die Analysen der Amerikaner hätten erheblich zu einem besseren Verständnis von nachhaltigem Wirtschaftswachstum im Zusammenhang mit dem Klimawandel und dem technischen Fortschrittbeigetragen, begründete die Akademie ihre Entscheidung. Beide hätten ähnliche, auf langfristige globale Entwicklungen ausgerichtete Forschungsziele.

Die Ausgezeichneten lehren an bekannten US-Universitäten. Nordhaus (77) ist Professor in Yale, Romer (62) Inhaber eines wichtigen Lehrstuhls an der Stern School of Business der New York University.

Vor allem Nordhaus hat sich als Experte für Umwelt- und Klimaökonomie einen Namen gemacht. Dabei geht es etwa um die Frage, wie sich wirtschaftliches Wachstum mit einem möglichst effizienten und schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen kombinieren lässt.

Auch die Verbindungen zwischen Wirtschaft und Klima spielen eine große Rolle - Nordhaus konstruierte etwa spezielle Modelle, die die Wechselwirkungen beider Systeme untereinander analysieren. Er ist auch Mitglied der US-Wissenschaftsakademie und beriet das Parlament sowie die Regierung in Washington in vielen Wirtschaftsfragen.

Romer blickt neben seiner akademischen Laufbahn ebenfalls auf eine längere Berater-Karriere zurück. Er beschäftigte sich zum Beispiel mit Problemen der Wirtschaft in Entwicklungsländern, den besonderen Effekten der Verstädterung auf das Wachstum dort, Folgen technischer Neuerungen sowie der Verteilung des wirtschaftlichen Wohlstands.

Mit der Verleihung will die Stockholmer Akademie auch ein Zeichen setzen: «Wir müssen zusammenarbeiten, um globale Probleme zu lösen», sagte Komitee-Mitglied Per Strömberg. Nordhaus' und Romers Arbeiten seien wichtige Werkzeuge auch im Kampf gegen weitere Erderwärmung. Wie passend dazu veröffentlichte der Weltklimarat am Montag einen Report, der massive Schritte zur Begrenzung des Klimawandels fordert.

Romer gab sich zuversichtlich, dass die Menschheit die CO2-Emissionen reduzieren könne. «Es ergeben sich dabei einige Einschränkungen. Aber wenn wir einmal damit anfangen und versuchen, weniger Kohlendioxid freizusetzen, werden wir erstaunt sein, dass es nicht so schwierig ist wie gedacht.» Mit richtigen Entscheidungen könne eine nachhaltige Wirtschaft entstehen, ohne dabei auf Wachstum verzichten zu müssen.

Seit der ersten Verleihung des Wirtschaftspreises 1969 wurden vor allem Ökonomen aus den USA ausgezeichnet. Nur ein Deutscher gehört bisher zu den Geehrten: der Bonner Spiel- und Verhandlungstheoretiker Reinhard Selten (1994). Im vergangenen Jahr hatte der US-Forscher Richard Thaler für seine Arbeiten zur Verhaltensökonomie die Auszeichnung bekommen. Seine Forschung, so die Jury, habe bedeutsam zum Verständnis der Psychologie im Wirtschaftsleben beigetragen.

Die mit umgerechnet rund 870 000 Euro dotierte Auszeichnung geht nicht auf das Testament des Erfinders Alfred Nobel zurück. Sie gilt daher nicht als klassischer Nobelpreis. Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis 1968 nachträglich. Verliehen wird er zusammen mit den traditionellen Nobelpreisen am 10. Dezember, dem Todestag Nobels.

Wissenschaftsakademie zum Wirtschaftspreis (Englisch)

Der Klimawandel und die Wirtschaft

US-Ökonom Paul Romer hätte das entscheidende Telefonat mit dem schwedischen Nobel-Komitee am Montag beinahe verpasst. «Ich bekam heute Morgen zwei Anrufe und haben keinen davon beantwortet, weil ich dachte, es wären Spam-Anrufe», sagte Romer am Telefon während der Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger für Wirtschaft.

Am Ende haben man dann doch den Kontakt herstellen können, zeigte sich Göran Hansson, Sekretär der Königlich-Schwedischen Wissenschaftsakademie, erleichtert. Romer hatte nach eigenen Angaben nicht mit dem Nobelpreis gerechnet.

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